Großeinsatz auf B14 bei Untermünkheim: Polizist schießt auf Angreifer
Am Sonntagabend eskalierte eine Situation auf der B14 in Richtung Schwäbisch Hall: Ein 66-jähriger Autofahrer ging Polizeibeamte mit einem Messer an und wurde angeschossen – nun ermittelt das Landeskriminalamt.

Am späten Sonntagabend hat ein Polizist bei Untermünkheim, unweit der Kreisgrenze zwischen Hohenlohekreis und dem Landkreis Schwäbisch Hall, nach einer Verkehrsgefährdung und einem darauffolgenden Angriff in Richtung der Einsatzkräfte auf einen 66-jährigen Mann geschossen. Jener wurde dabei schwer verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Lage auf B14 bei Untermünkheim eskaliert: Mann bedroht Autofahrer mit Messer
Wie das zuständige Polizeipräsidium Aalen und die Staatsanwaltschaft Heilbronn gestern mitteilten, war der Autofahrer kurz vor 22 Uhr auf der B14 in Richtung Schwäbisch Hall unterwegs gewesen, als er bei Untermünkheim unvermittelt auf die Gegenfahrbahn gewechselt und auf ein entgegenkommendes Fahrzeug zugefahren sei. Wie Jonas Ilg, Pressesprecher der Aalener Polizei, auf Stimme-Nachfrage berichtet, ereignete sich das Geschehen auf dem Abschnitt zwischen B19 und A6 - also südlich der Ortschaften Kupfer und Brachbach.
Die Fahrerin des Autos konnte gerade noch rechtzeitig ausweichen und rief die Polizei. Daraufhin hielten weitere Autofahrer an und boten der Frau Hilfe an: Sie sollen laut Polizei von dem Mann mit einem Messer bedroht worden sein. Um welche Art von Stichwaffe es sich dabei genau gehandelt hat, will die Polizei unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht mitteilen. Einen der Helfer schlug der 66-Jährige dabei. Ob die Person dadurch verletzt wurde, werde aktuell noch geklärt. Der Mann soll dann gedroht haben, er führe Flaschen mit explosivem Inhalt mit sich – und jene demonstrativ auf die Straße gestellt haben.
Großeinsatz auf B14: Polizei schießt auf Angreifer
Als die Polizei eintraf, eskalierte die Lage: Der Mann ging laut Pressemitteilung mit dem Messer auf die Beamten zu. Die setzten Pfefferspray ein, konnten ihn aber nicht stoppen. "Mehrfache Aufforderungen, das Messer wegzulegen, ignorierte er", so die Behörden. Daher habe ein Polizist dem Angreifer ins Bein geschossen. Der 66-Jährige wurde von den Beamten erstversorgt und im Krankenhaus operiert. Lebensgefahr bestehe nicht. Laut LKA-Sprecher Jürgen Glodek lag die Person gestern Vormittag noch auf der Intensivstation. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Wegen der Arbeit der Spurensicherung musste die B14 in jenem Bereich bis in die frühen Morgenstunden komplett gesperrt werden. Der Beamte, der von der Dienstwaffe Gebrauch machen musste, wurde psychologisch betreut.
Nach Schüssen auf B14: Ermittlungen sollen die Hintergründe klären
Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und tätlichen Angriffs auf Beamte. Wie nach Schusswaffeneinsätzen durch Polizeibeamte üblich, hat sich auch das Landeskriminalamt eingeschaltet: "Es wird dort nun geprüft, ob das Vorgehen rechtmäßig war", erläutert Polizeisprecher Ilg. Die Motivlage und ob der Mann alkoholisiert war – oder eine psychische Ausnahmesituation zugrunde lag –, sei aktuell Gegenstand der Ermittlungen. Der Mann soll durch Fachleute psychiatrisch begutachtet werden. Die vermeintlich gefährlichen Flaschen, mit denen er auf der Straße gedroht hatte, entpuppten sich hinterher als harmlos.
In der jüngeren Vergangenheit haben aus Bedrohungslagen resultierende Schussabgaben durch Polizeibeamte häufiger Schlagzeilen gemacht: In Mannheim erschossen Beamte innerhalb weniger Monate zwei Menschen, welche beide zuvor mit Messern gedroht hatten. Erst am 3. Mai wurde bei einer Wohnungsdurchsuchung in Bad Friedrichshall ein 24-Jähriger durch eine Polizeikugel verletzt, der sich ebenfalls mit einem Messer bewaffnet hatte. Am 13. Januar starb ein 46-jähriger Mann in Mosbach nach einem polizeilichen Schusswaffeneinsatz. Er hatte die Einsatzkräfte zuvor mit einer Stichwaffe angegriffen. Auch hier hatte Reizgas laut behördlicher Mitteilung keinen Effekt gezeigt.

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