Wunschkoalition für Baden-Württemberg: Grün-Schwarz oder Ampel?
Wer soll das Land nun regieren? Grün-Schwarz oder eine Ampel mit Grünen, SPD und FDP? Bürger geben bei unserer Straßenumfrage in Heilbronn sehr vielschichtige Antworten.

Was machen die Politiker aus dem Landtags-Wahlergebnis der Bürger? An einer Koalition wird in Stuttgart geschmiedet. Zwischen Grün-Schwarz mit der CDU und einer Ampelkoalition mit SPD und FDP muss sich Wahlsieger Winfried Kretschmann (Grüne) entscheiden. Was halten Bürger für die bessere Lösung fürs Land? Meinungen dazu sind in der Heilbronner Innenstadt vielschichtig.
Neue Impulse für das Land durch neues Bündnis
Student Alexander Fleck (28) wäre für eine Ampel. Der SPD traut er beim sozialen Wohnungsbau gerechtere Lösungen zu. Die FDP würde den Liberalismus stärken, mehr darauf achten, dass Bürgerrechte nur in besonderen Ausnahmen härter eingeschränkt werden. "Ein Tapetenwechsel könnte dem Land gut tun", findet der Heilbronner. Neue Impulse wären sicher gut für Baden-Württemberg.
Die schwarz-grüne Koalition der vergangenen Wahlperiode hat für die Heilbronnerin Tanja Kübler (42) bisher "ganz gut funktioniert". Aber: Durch die Maskenaffäre der Union ist sie "sehr skeptisch" geworden, wünscht sich nun lieber eine Ampel mit der SPD im Boot. Bei Rot und Grün glaubt sie, dass sie ein Bündnis "aus einer inneren Motivation" heraus angehen. Und dass sie "nicht so korrupt sind".
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Dringender Rat: Impfpolitik nicht nur nach Schema F ausrichten
Doris Hartmann (66) ist ganz ehrlich: "Ich weiß es nicht, was besser für das Land ist", sagt sie bei einer Pause am Marktplatz. Wichtig wäre ihr vor allem, dass die neue Koalition endlich die Corona-Impfungen effektiv anpacken soll. Sie sollte die Hausärzte einbeziehen, "dann klappt das". Und vor allem sollte man bei den Impfabläufen "nicht alles nach Schema F machen".
Sabine Fischer (61) fand Grün-Schwarz "nicht schlecht", das habe bisher gut harmoniert. Sie wäre für eine Fortsetzung. Klimaschutz ist ihr ein wichtiges Anliegen, das mehr Gewicht bekommen sollte.
Auch Sven Bernhardt (44) wäre für Grün-Schwarz. Der Heilbronner sieht darin "eine stabile Mehrheit". Auch in der Wirtschaftspolitik seien beide nicht so weit auseinander. Die SPD ist ihm im Land indes zu geschwächt. Das Modell Grün-Schwarz sieht er zudem als Option für die Bundestagswahl im Herbst - dann könne man auch beim Klimaschutz mehr erreichen.
Zu viel Chaos in der Pandemie
Dem Leingartener Roland Wind (79) ist es inzwischen egal, welche Koalition ans Ruder kommt. Er wählt nicht mehr, fühlt sich von der Politik schlecht vertreten. "Das ganze Theater" in der Pandemie, Geschäfte auf, wieder zu, es ist ihm "zu viel Chaos". Er glaubt nicht, dass sich viel ändern wird, egal welches Bündnis die Macht übernimmt. Früher hätten Politiker noch mehr durchgesetzt und einen klareren Kurs gefahren, findet er.
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