Hoffnungsschimmer für Heilbronner Lichterfest
Heilbronn - Wirte rund um den Hagenbuchersee wollen die Veranstaltung retten. Eine Entscheidung soll in der kommenden Woche fallen

Heilbronn - Die Verwirrung um das Heilbronner Lichterfest ist groß. Nachdem wie berichtet die bisherigen Veranstalter Thomas Aurich und Nico Weinmann von der Gastrotreuhand GmbH Co. KG aus Verärgerung über die Stadt erklärt haben, in diesem Jahr das Fest nicht mehr zu organisieren, keimt jetzt wieder Hoffnung auf: Möglicherweise richten die Wirte rund um den Hagenbuchersee das Lichterfest wie geplant Mitte Juli aus. Eine Entscheidung soll in der kommenden Woche fallen.
Vorgaben
"Wenn alle Gastronomen an einem Strang ziehen, dann könnte das Lichterfest doch stattfinden", gab sich Köksal Kilic vom "Stadtfischer" gestern zuversichtlich. Seine Gesprächspartner sind Patricia Mayer (Insel Hotel), Werner Pürner (Ringhotel), Anastasidis Sidiropoulus (Iguana), Jürgen Schwemmer (Waldhornschenke) und Umberto Scuccia (Hagenbucher Biergarten). Kilic weiß aber auch: "Jeder Wirt hat seine eigenen Probleme."
So wie Umberto Scuccia. Der Experimenta-Gastronom muss den Hagenbucher-Biergarten bis zur Eröffnung am 1. Mai neu einrichten: "Das hat Priorität Nr. 1. Über das Lichterfest habe ich mir deshalb noch keinen großen Kopf gemacht." Stimmen, die im Zusammenhang mit der Lichterfest-Absage laut wurden, er sei mit der Experimenta-Gastronomie unzufrieden, kontert Scuccia umgehend: "Das ist ein Schmarrn."
Sollten die Wirte das Lichterfest tatsächlich schultern, stünden prominente Fürsprecher hinter der Veranstaltung: "Die Experimenta steht dem Fest nicht im Wege. Allerdings können wir uns aufgrund unserer Gemeinnützigkeit finanziell nicht beteiligen", betont Klaus Czernuska, Geschäftsführer der Dieter Schwarz-Stiftung, Hauptsponsorin der Lern- und Erlebniswelt im Hagenbucher. Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach sagt: "Ich bin guter Dinge, dass sich eine privat getragene Lösung ergeben wird."
Mit im Boot
Eine Unterstützung der Wirte in "finanzieller oder kooperativer Form" kann sich Michael Heinrich, Geschäftsführer der Kaufland Gaststätten-Betriebe GmbH, vorstellen. Die Gesellschaft ist Zwischenpächterin der gastronomischen Einrichtungen in der Experimenta. Entscheidend ist für Heinrich, dass "jetzt einer das Heft in die Hand nimmt". Dann stünden all jene, die Aurich gegenüber schon Zusagen gemacht hätten, sicher zu ihrem Wort. Unter anderem Umberto Scuccia und die Kaufland Gaststätten-Betriebe.
Zurückhaltend reagierte OB Himmelsbach auf die Kritik von Thomas Aurich an der Verwaltung. Kein Wort zu den Vorwürfen, dem Rathaus seien "Gastromeile, Gäste und Lichterfest nicht schick genug". Kein Wort zur langen Prüfungsdauer des Bauantrags für die temporäre Gastromeile. Kein Wort zur Rüge, die Verwaltung wisse nicht, wie die Untere Neckarstraße einmal aussehen soll. Über die Rathaus-Pressestelle ließ Himmelsbach mitteilen: "Die Vorwürfe sind nicht nachvollziehbar, teilweise geradezu abwegig und werden daher seitens der Stadt nicht weiter kommentiert."
Hintergrund: Dünnerer Festkalender
Kein Traubenblütenfest mehr im Wertwiesenpark. Kein Neckarvergnügen 2011 und kein Neckarfest mit der Wahl des originellsten Neckarkapitäns im Jahr 2012. Das wird erst 2013 sein. Und jetzt vielleicht auch kein Lichterfest mehr? Der Terminkalender für Heilbronner Feste wird dünner. Was bleibt? Der Pferdemarkt vom 27. Februar bis 1. März, das Maifest vom 29. April bis zum 3. Mai, das Sternenfeuer am 8. Mai, das WM-Fandorf vom 11. Juni bis 11. Juli, das Volksfest vom 30. Juli bis 9. August und das Weindorf rund um das Rathaus vom 10. bis 19. September. jof

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