EnBW bestätigt: Legionellen im Kühlturm
Heilbronn - Im Zusammenhang mit den Legionellen-Erkrankungen in der Region hat eine erste Untersuchung im EnBW-Kühlturm ergeben, dass die gefährlichen Bakterien dort tatsächlich aufgetreten sind.

Man sei in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, sagte Maria Dehmer, Sprecherin des Unternehmens. Es sei allerdings noch nicht klar, um welche Serogruppe es sich handle. Weitere Untersuchungen sollen folgen.
Die jüngsten Legionellen-Patienten aus Stadt- und Landkreis Heilbronn sind nach Informationen der Heilbronner Stimme alle an Bakterien der Serogruppe 1 der „Legionella pneumophila“ erkrankt – der gefährlichste Typus der Lungenentzündung (auch bekannt als Legionärskrankheit), die in diesem Fall einen lebensgefährlichen Verlauf annehmen kann.
Die Legionellen seien im Kühlturm „in relativ geringer Konzentration“ aufgetreten, sagte EnBW-Sprecherin Maria Dehmer weiter. Sie liege unter dem Grenzwert, bei dem man handeln müsste. Deshalb ergreife man momentan auch keine Maßnahmen – in Absprache mit dem Gesundheitsamt. „Derzeit besteht kein Anlass dafür.“
Von der Heilbronner Stadtverwaltung heißt es zum Thema: „Die entscheidende Frage, wie hoch die Konzentration ist, konnte das Landesgesundheitsamt anhand der gezogenen Probe noch nicht abschließend beantworten.“ Bis zu einer gewissen Konzentration dürften sich auch im Wasser von Kühlturmen Legionellen befinden und es müssen keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden. „Daher hat das städtische Gesundheitsamt heute den Kühlturm erneut beprobt, die Ergebnisse werden allerdings erst in zirka einer Woche vorliegen.“
Patienten
Derzeit sind nach Angaben der SLK-Kliniken nur noch zwei Legionellen-Patienten aus der Region in stationärer Behandlung, zwei seien bereits entlassen worden.
Legionellen werden durch Wasser übertragen. Anstecken kann man sich nur durch das Einatmen von sehr feinen Wassertröpfchen, die in der Luft zerstäubt werden und den Erreger - stäbchenförmige Bakterien - enthalten. Nicht jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser führt zu einer Gesundheitsgefährdung, selbst das Trinken von erregerhaltigem Wasser stellt für Menschen mit intaktem Immunsystem keine Gefährdung dar.
Eine Übertragung von Legionellosen wird oft mit technischen Systemen in Verbindung gebracht, zum Beispiel Warmwasserversorgungen in Wohnhäusern, Krankenhäusern, Heimen, Hotels; Klimaanlagen; Badebecken oder sonstigen Anlagen, die Wasser zu Tröpfchen zerstäuben. Erwärmtes Wasser bietet den Bakterien optimale Bedingungen für die Vermehrung. Die Infektion ist auch unter dem Begriff Legionärskrankheit bekannt.
Legionellose ist meldepflichtig, die Zahlen werden vom Robert-Koch-Institut erfasst.
Stimme.de