Drei Legionellen-Patienten im Gesundbrunnen
Heilbronn - Drei Patienten, die sich mit Legionellen infiziert haben, werden derzeit im Heilbronner Krankenhaus am Gesundbrunnen behandelt. Die Bakterien, die in Trinkwasserleitungen vorkommen, können lebensgefährlichen Erkrankungen verursachen.

Heilbronn - Gleich mehrere Fälle von Legionellen-Erkrankungen werden derzeit im Heilbronner Krankenhaus am Gesundbrunnen behandelt. SLK-Pressesprecherin Valerie Blass bestätigte entsprechende Informationen auf Anfrage der Heilbronner Stimme. Es seien kürzlich drei Patienten aufgenommen worden mit sogenannten Legionellen-Pneumonien, akuten Lungenentzündungen. Diese Form der Legionellose, auch bekannt als Legionärskrankheit, kann einen lebensgefährlichen Verlauf annehmen.
Anfällig
Sprecherin Blass betonte, dass alle drei Patienten schon erkrankt gewesen seien, als sie im Klinikum Gesundbrunnen aufgenommen wurden. Zumindest bei zweien könne deshalb ausgeschlossen werden, dass sie sich im Krankenhaus mit Legionellen infiziert haben. Der dritte war zuvor bereits Patient, sei nach Hause entlassen worden und wenig später wieder mit der Erkrankung neu aufgenommen worden. Die drei Patienten hätten zudem unter schweren Vorerkrankungen gelitten und seien deshalb anfällig gewesen, so Valerie Blass. Alle drei seien noch im Krankenhaus. Sie befänden sich aber auf dem Weg der Besserung.
Nach Angaben des Heilbronner Gesundheitsamts sind die Betroffenen aus Heilbronn. Mögliche Infektionsorte würden regelmäßig überprüft, sagte Dr. Peter Liebert, stellvertretender Leiter der Behörde. Dass sich die Legionellen im Gesundbrunnen verbreitet haben, dafür gebe es keine Hinweise. Auch dort wurde eine Dusche untersucht, es hätten aber keine Legionellen nachgewiesen werden können. Einige Untersuchungsergebnisse stünden noch aus. Die Bakterien leben im Wasser, optimale Bedingungen bietet ihnen erwärmtes Wasser.
Häufung
Das Landesgesundheitsamt und das Nationale Referenzzentrum überprüft nach Angaben von Liebert mit einem komplizierten Verfahren, ob die Legionellen „genetisch gleich“ seien – sich die Patienten also bei derselben Quelle mit der Krankheit infiziert haben könnten. Zu bewerten, ob die plötzliche Häufung an Erkrankungen Zufall sei oder nicht, „das wäre einfach Spekulation“.
2010 und 2011 hatte es laut Liebert jeweils zwei Legionellen-Fälle in Heilbronn gegeben, 2012 sind die jetzigen Fälle die ersten.
Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts werden in Deutschland nicht alle Legionellosen erkannt, es sei von einer hohen Untererfassung auszugehen. Es sei trotz der Meldepflicht schwierig, verlässliche Daten zu erhalten.
Stimme.de