Umschwärmte Lichterfeste
Heilbronn / Bad Rappenau - Von so vielen Besuchern hatten die Veranstalter nicht zu träumen gewagt. Kaum Konkurrenzveranstaltungen und karibische Temperaturen bescherten den Lichterfesten in Bad Rappenau und Heilbronn am Wochenende trotz Ferienzeit wahre Besuchermassen.
STIMME.tv: Video vom Heilbronner Lichterfest jetzt online.
Heilbronn / Bad Rappenau - Von so vielen Besuchern hatten die Veranstalter nicht zu träumen gewagt. Kaum Konkurrenzveranstaltungen und karibische Temperaturen bescherten den Lichterfesten in Bad Rappenau und Heilbronn am Wochenende trotz Ferienzeit wahre Besuchermassen.
Am Samstagabend wurden die Open-air-Restaurants rund um den Hagenbuchersee in Heilbronn förmlich überrannt. Vor den Musikbühnen stauten sich die Zuhörer. Zeitweise war kein Durchkommen mehr, Küchen und Servicepersonal erreichten ihre Kapazitätsgrenzen. Viele Gäste wichen in benachbarte Restaurants in der City aus.
Kraftakt
Michael Postolovski vom Vinum am Marktplatz freute sich: „Wir profitieren sehr vom Lichterfest.“ Osman Madan von Lehner's Wirtshaus hat „überall vergnügte Menschen, die sich gerne einen der raren Tische teilen“, ausgemacht. Werner Pirner vom Ringhotel sprach zwar von einem Kraftakt bei der Organisation, ist aber wie die anderen Wirte mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“.
Von „mehr als 40.000 Besuchern“ seit Donnerstag spricht Festveranstalter Thomas Aurich. „Ein sehr angenehmes Publikum, keine Zwischenfälle, keine Betrunkenen, kein Müll auf den Straßen - unser Konzept ist aufgegangen.“ Er und Mitinitiator Nico Weinmann verstehen die Begeisterung der Gäste als persönliches Kompliment, bleiben aber dabei: „Es ist unser siebtes und letztes Lichterfest“. Ohne den Hagenbucher-Biergarten könne man sowas finanziell nicht mehr schultern.
Zurückhaltend gab sich der künftige Biergarten-Betreiber und Experimenta-Wirt Umberto Scuccia auf die Frage, ob er die Kultveranstaltung weiterführt: „Dazu kann ich heute noch nichts sagen.“ Die Frage, ob und unter wem es 2010 weitergeht, wurde an allen Tagen heiß diskutiert. Das hat Daniela Hartmann von der Fleiner „Linde“ an ihrem Stand herausgehört. Sie möchte, dass ein Fest mit so viel „Stil und Klasse“ unter gleicher Regie weitergeht, „sonst sind wir nicht mehr dabei“.
Zeitgleich
Spät, aber heftig: Es dauerte eine Weile, ehe am Samstagabend der Ansturm auf das Bad Rappenauer Lichterfest einsetzte. Kurz vor dem ersten von zwei Feuerwerken im Salinenpark schätzte Veranstaltungsleiter Hans Peter Schmitt die Besucherzahl auf 15.000 - eine Marke, die eigentlich für beide Wochenendtage zusammen angepeilt war. „Unglücklich“ fand Schmitt, dass Heilbronner und Rappenauer Lichterzauber gleichzeitig über die Bühne gingen. Vor der Konkurrenz war ihm aber nicht bange. „Unsere Besucher“, so der Organisator der städtischen Touristik- und Bädergesellschaft, „kommen eher aus Richtung Heidelberg und Karlsruhe.“
Mit neuen Attraktionen bekam der Fest-Dauerbrenner neue Glanzlichter. So holte das Theater Anu in einer stimmungsvollen Inszenierung den Mond vom Himmel. „Toll, was hier für fünf Euro Eintritt geboten ist“, lobt Besucher Achim Seiwald. Zufrieden sind auch die Händler im Markt der schönen Dinge.




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