Polizei warnt: Nicht unnötig draußen aufhalten

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Entwurzelte Bäume, Stromausfälle, umherfliegende Gegenstände. Sturmböen verursachen in der Region viele Schäden. Feuerwehr und Straßenmeistereien sind vielerorts im Einsatz.

Von Daniel Stahl

Sturmböen und zum Teil glatte Straßen haben in der Nacht auf Freitag in Baden-Württemberg zu über 400 Polizeieinsätzen geführt. Wie Sprecher der zwölf Polizeipräsidien am Freitagmorgen mitteilten, ging es überwiegend um umgestürzte Bäume, umgewehte Bauzäune und Verkehrsschilder, die der Sturm mitriss.

Aktuellere Informationen über die Sturmschäden in der Region gibt es hier.

Die meisten Einsätze wurden aus dem Polizeipräsidium Heilbronn gemeldet. Laut einem Sprecher mussten die Beamten seit Mitternacht 126 Mal ausrücken. Er sprach von zum Teil „chaotischen Zuständen“ auf den Straßen. Gefahr bestehe "durch umstürzende Bäume, herumfliegende Gegenstände, Mülltonnen, Baustellenbeschilderungen und insbesondere ausgediente Christbäume", schreibt der Kreisfeuerwehrverband Hohenlohe auf seiner Facebook-Seite.

"Es gibt querbeet überall Einsätze", sagt ein Polizeisprecher am Morgen kurz nach 6 Uhr. Ein genauer Überblick ist derzeit immer noch nicht möglich. Der Rat der Polizei: Autofahrer sollten heute besonders vorsichtig unterwegs sein.

 


 

 

Mehrere Menschen berichten von Stromausfällen in Herbolzheim und Neudenau. Auch Teile von Gundelsheim sollen betroffen sein. Bisher gibt es dazu aber keine weiteren Auskünfte, welche Gebiete genau betroffen waren. Nach dem Stand der EnBW von 8.30 Uhr sollten alle Stromausfälle behoben sein. 

Auch bei den Stadtbahnlinien macht der Sturm Probleme. Der Karlsruher Verkehrsverbund meldet für seine Stadtbahnen mehrere Streckensperrungen und Betriebsstörungen. In der Nacht war auch die Linie S4 zeitweise blockiert. Seit etwa 6 Uhr fährt sie wieder.

 

Aktuelle Verkehrs- und Wetter-Updates

 

Wetterdienst warnt weiter vor Sturm und Orkanböen

Verantwortlich für den starken Wind ist Tief "Egon", das in der Nacht von Westen her Deutschland erreicht hat. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch am Freitagmorgen weiter vor schweren Sturmböen in der Region Heilbronn und Hohenlohe. Die Meteorologen rechnen mit Wind-Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 Stundenkilometern.

"In exponierten Lagen muss mit orkanartigen Böen bis 110 km/h gerechnet werden", heißt es in der Warnung. Im Schwarzwald kommt zu den Warnungen teilweise noch Schnee hinzu. 

Die Polizei rät deshalb zu Vorsicht: "Man sollte nicht unbedingt durch den Wald laufen." Auch Autofahrer, die umgestürzte Bäume melden, sollten zur Sicherheit in ihren Fahrzeugen bleiben.

Bahnstrecken gesperrt, Bäume entwurzelt

 

Im Kreis Ludwigsburg ist die Lage ähnlich wie rund um Heilbronn: In Asperg wurden zwei geparkte Autos durch ein umgewehtes Zelt beschädigt. Das Zelt wurde durch die Feuerwehr zerlegt. Auch in Kornwestheim flog ein Partyzelt auf ein geparktes Auto. Umgestürzte Bäume mussten in Steinheim an der Murr, in gerlingen und Ludwigsburg durch Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr von den Straßen entfernt werden. Auch die A 81 war im Bereich Pleidelsheim betroffen. Hier behinderten abgeknickte Äste den Verkehr.

Im Saarland und in Rheinland-Pfalz fegte der Wind teils mit Orkanstärke über das Land und entwurzelte Bäume. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen.

Auch in Hessen brachte "Egon" Sturm. Auf einigen Bahngleisen sorgte das Unwetter ebenfalls für Probleme: Die Strecken Gießen-Frankfurt und Darmstadt-Bensheim mussten gesperrt werden. In Nordrhein-Westfalen war die Strecke Köln-Siegen nicht befahrbar. Und auch die Strecke zwischen Hannover und Bremen musste wegen Unwetterschäden gesperrt werden. Die Bahn drosselte die Höchstgeschwindigkeit der ICE zudem bis auf weiteres auf Tempo 200.

 

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