Bilanz einer chaotischen Sturmnacht
Sturmböen haben in der Region zu über 100 Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt. Bäume und herabfallende Äste blockierten Straßen. Eine gerissene Stromleitung in Untergriesheim sorgte für lokale Stromausfälle. Die Polizei rät dazu, Waldgebiete zu meiden.

Mit starken Böen hatte Sturm Ego die Region in der Nacht zum Freitag fest im Griff. Das Polizeipräsidium war im Dauereinsatz. Laut einem Sprecher mussten die Beamten seit Mitternacht 126 Mal ausrücken. Auch die Heilbronner Feuerwehr ist bereits seit 1.30 Uhr in der Nacht mit den Folgen des Sturms beschäftigt. Verletzte gab es nach bisherigen Erkenntnisse nicht. Vorsorgliche Straßensperrungen sind dem Landratsamt nicht bekannt, die Polizei rät aber dazu, Waldwege zu meiden und spricht von zahlreichen noch laufenden Einsätzen.
Vor allem in Gundelsheim und näherer Umgebung stürzten einige Bäume und größere Äste auf Straßen. Der Kreisfeuerwehrverband Hohenlohe schrieb auf seiner Facebook-Seite: Gefahr bestehe "durch umstürzende Bäume, herumfliegende Gegenstände, Mülltonnen, Baustellenbeschilderungen und insbesondere ausgediente Christbäume".
Umgefallene Bäume und Zäune
Die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Heilbronn meldeten gut und gern 23 Einsätze bis zum Mittag. Sie beseitigten umgestürzte Bäume von Fahrbahnen, reinigten Straßen von herumliegenden Ästen und Gestrüpp. Vorübergehend kam es dem Landratsamt Heilbronn zufolge zu kurzzeitigen Straßensperrungen. Davon betroffen waren unter anderem im westlichen Landkreis die Strecke zwischen Niederhofen und Haberschlacht.
Im nördlichen Landkreis traf es die Gegend um Cleversulzbach, Eberstadt-Klingenhof, den Bereich Möckmühl sowie die Strecken zwischen Lampoldshausen Richtung Widdern sowie die Landesstraße L 1047 Richtung Widdern.
"Schwerste Sturmschäden seit langem"
In Heilbronn Stadt waren es rund 10 Einsätze. In der Heilbronner Rosenbergstraße stürzte ein Baum auf ein parkendes Auto. Am BUGA-Gelände fiel ein 300 Meter langer Bauzaun um. Straßenbaumeister Frank Götzinger sprach von "den schwersten Sturmschäden seit langem". Die Zäune seien auch auf Verteilerkästen gefallen. Nach Angaben von Götzingen werden die Aufräumarbeiten den ganzen Tag andauern.
Vom Dach eines Schnellrestaurants in Bad Rappenau-Fürfeld wurden Teile eines Windrads abgerissen und wegen der orkanartigen Böen durch die Luft geschleudert. Eines der Teile durchschlug die Glaseingangsschiebetür einer Tankstelle, die sich in einiger Entfernung befindet.
Der Stadtbahnverkehr war in der Nacht zum Teil stark eingeschränkt, bis zur Mittagszeit war die Linie S42 auf Höhe Grombach gesperrt.
Gerissene Oberleitung führt zu Stromausfällen
In Untergriesheim riss um 4.30 Uhr eine Oberleitung ab, weshalb viele Menschen dort teilweise auch jetzt noch ohne Strom sind. Stromausfälle gab es auch in umliegenden Gemeinden, vermelden Betroffene.
Baum fällt bei Eberstadt auf Auto
Gegen 7.15 Uhr am Morgen rückten die Einsatzkräfte zu einem Unfall auf der Landesstraße 1036 bei Eberstadt-Hölzern aus. Ein Baum war auf ein Auto gestürzt, verletzt wurde niemand, teilt die Polizei mit. Der Pkw kam aus Fahrtrichtung Öhringen, passierte den Wanderparkplatz Steinernen Tisch als etwa 300 bis 400 Meter danach der Baum auf das Fahrzeug stürzte. Gegen 8.30 Uhr war der Einsatz abgeschlossen.
Landesweit über 400 Einsätze
Sturmböen und zum Teil glatte Straßen haben in der Nacht auf Freitag in ganz Baden-Württemberg zu über 400 Polizeieinsätzen geführt. Wie Sprecher der zwölf Polizeipräsidien am Freitagmorgen mitteilten, ging es auch hier überwiegend um umgestürzte Bäume, umgewehte Bauzäune und Verkehrsschilder, die der Sturm mitriss. Im Main-Tauber-Kreis fuhr ein 31-Jähriger gegen eine herabstürzenden Baum und wurde schwer verletzt.
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