Meinung zu Herausforderungen bei VW: Geld haben jetzt auch andere Autohersteller
Die Finanzkraft von VW ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Und auch bei anderen Herausforderungen tun sich die Herausforderer teils leichter. Die Hindernisse auf dem Weg in die Transformation werden nicht kleiner, kommentiert unser Autor.
VW bewegt sich mit seinen Absatzzahlen auf dem Niveau von vor zehn Jahren. Das hört sich drastisch an, lässt sich mit Corona-Pandemie und Halbleiterkrise aber gut begründen. Einige Wettbewerber haben sich besser geschlagen, einige auch schlechter.
Das lässt sich wahrscheinlich korrigieren. Doch die wirklich schlechte Nachricht ist, dass Volkswagen gegen die erwachsende Konkurrenz der E-Auto-Anbieter aus den USA und China ein weiteres wertvolles Jahr verloren hat. Ein Jahr, in dem der Autobauer mit den Verbrennermodellen noch richtig viel Geld verdienen wollte, um dieses in den Umbau zu stecken.
Die klare Vorgabe des Konzernchefs war richtig, doch das reicht nicht
Es gibt trotzdem zwei Lesarten. Einerseits unterstreicht die Entwicklung, dass Konzernchef Herbert Diess zu Recht alle Kräfte konsequent auf die E-Mobilität ausgerichtet hat. Es zahlt sich schon aus, die E-Autos der Wolfsburger verkaufen sich außergewöhnlich gut. Und zwar nicht nur in Europa, sondern auch in China und den USA.
Die andere Lesart ist, dass dieses vergangene Jahr zeigt, wie schwer sich das mächtige Gebilde VW mit seinen vielen Standorten, seinen vielen Marken und gewachsenen Strukturen in der Transformation tut. Selbst bei der zentral entwickelten neuen Fahrzeugsoftware hakt es.
Die größte Chance liegt nun darin, dass positive Überraschungen kaum noch erwartet werden. Gelingen sie doch, wird das wahrscheinlich auch an der Börse honoriert. Denn dort setzt man inzwischen fast ausschließlich auf die reinen E-Mobilisten. Das verleiht diesen Newcomern finanzielle Vorteile, die eigentlich der große Pluspunkt von VW und Co. sein sollten.
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