Telekom kauft tele.ring
Bonn/Wien (dpa) - Mit der teuersten Firmenübernahme seit fünf Jahren investiert die Deutsche Telekom kräftig in den Wachstumsmotor Mobilfunk.

Damit rückt die Telekom im Nachbarland dicht an den Mobilfunk-Marktführer Mobilkom Austria heran. Für die Übernahme ist noch die Zustimmung der Kartellbehörden erforderlich, teilte die Deutsche Telekom am Mittwoch in Bonn mit. Verkäufer von tele.ring ist die US-Telekomgesellschaft Alltel.
Die Deutsche Telekom wird an diesem Donnerstag nach Einschätzung von Branchenbeobachtern mit ihrer Quartalsbilanz einen Gewinnsprung bekannt geben. Der Konzernüberschuss hat sich Analysten-Schätzungen zufolge im zweiten Vierteljahr auf 1,19 Milliarden Euro verdoppelt. Beim Umsatz wird im Schnitt ein Plus von 2,6 Prozent auf rund 14,8 Milliarden Euro erwartet. Wachstumstreiber bleibe T-Mobile, die vor allem in den USA kräftig wachse. Diesen Markt ging die Telekom vor fünf Jahren mit der milliardenschweren VoiceStream-Übernahme an.
Mit einer verstärkten Werbung hat T-Mobile in Deutschland mehr Kunden als die anderen Netzbetreiber gewonnen. Nach Angaben aus Branchenkreisen wuchs die Zahl der Mobilfunkkunden im Inland im zweiten Quartal um über eine halbe Million auf über 28 Millionen.
Bei der Internet-Tochter T-Online hat der harte Wettbewerb auf dem DSL-Markt im zweiten Quartal 2005 deutliche Spuren hinterlassen. Der Überschuss schrumpfte um fast ein Drittel auf knapp 70 Millionen Euro, teilte T-Online am Mittwoch in Darmstadt mit. Vorstandschef Rainer Beaujean zeigte sich dennoch offen für weitere Preissenkungen, um den Druck auf die Konkurrenten zu erhöhen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2005 um 4,5 Prozent auf 522 Millionen Euro an.
Bei DSL-Neukunden blieb T-Online erstmals hinter der versammelten Konkurrenz zurück. Der Zahl der DSL-Neukunden stieg um 182 000, womit T-Online das Ziel verfehlte, mindestens jeden zweiten Neukunden für sich zu gewinnen. Konzernweit stieg die Zahl der Breitbandkunden bis Ende Juni auf knapp 4,2 Millionen. Die Wettberber United Internet und Arcor dürften damit mehr neue Nutzer gewonnen haben als T-Online.
Die Deutsche Telekom will ihre Tochter bis Ende des dritten Quartals übernehmen und auf ihre Festnetztochter T-Com verschmelzen. Der Zusammenschluss ist wesentlicher Teil der neuen Strategie von Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke, seinen Konzern auf die Geschäftsfelder Festnetz/Breitband, Mobilfunk und Geschäftskunden zu fokussieren.
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