Sony-Musiksparte verlässt Berlin
München/Berlin (dpa) - Die Fusion der Plattenfirmen Sony und BMG hat den ersten Topmanager den Job gekostet.

Die Geschäfte von Sony BMG im deutschsprachigen Raum werde der bisherige Deutschlandchef der Bertelsmann Music Group, Maarten Steinkamp, führen.
Außerdem sollen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» rund ein Drittel der Stellen in Deutschland abgebaut werden. Intern hieß es dazu am Sonntag bei Sony BMG, darüber sei noch keine Entscheidung gefallen. Sitz der Deutschlandzentrale des fusionierten Unternehmens soll der bisherige BMG-Sitz München werden, berichtet das Nachrichtenmagazin. «Unabhängig von der künftigen Struktur wird Sony BMG sowohl in Berlin auch in München präsent sein», heißt es in der Mitteilung vom Sonntag.
«Sony-Music verlässt Berlin», sagte dagegen der zurückgetretene Deutschland-Chef Schramm dem «Tagesspiegel am Sonntag». Die Entscheidung gegen Berlin sei eine schlechte Nachricht für die Stadt, das fusionierte Unternehmen und die deutsche Musikwirtschaft. Er habe Berlin wirtschaftlich und kulturell als die bessere Wahl angesehen, sagte Schramm der Zeitung. Für einen Umzug nach München stehe er nicht zur Verfügung. Dies werde wohl auch auf viele der rund 230 Beschäftigten zutreffen. Das Unternehmen selbst bestätigte die Aufgabe des Standortes Berlin nicht.
Das fusionierte Unternehmen solle in Deutschland nur noch knapp 300 Mitarbeiter haben, schreibt «Der Spiegel». Dafür müssten noch einmal über 35 Prozent der jetzigen Stellen wegfallen. Die verbliebenen Mitarbeiter sollten die nationalen Geschicke der Plattenfirma mit Bands wie 2raumwohnung, Peter Maffay und Laith Al- Deen aus der jetzigen BMG-Zentrale in München steuern. Die Sony- Dependance am Potsdamer Platz in Berlin solle wegen der hohen Mietkosten aufgegeben werden.
Die Musiksparte von Sony und die Bertelsmann-Musiktochter BMG hatten vor sechs Wochen ihr Geschäft zusammengelegt. Das Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ist mit 25 Prozent Marktanteil die zweitgrößte Musikfirma der Welt. Die Konkurrenten Time Warner, EMI und Universal Music hatten vergeblich versucht, die Verschmelzung von Sony und BMG in Brüssel zu torpedieren.
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