Slowenien ist 13. Euro-Land
Ljubljana/Brüssel (dpa) - Mit Beginn des neuen Jahres ist Slowenien zum 13. Mitglied der Euro-Zone geworden.

Auch die Umstellung der Bankautomaten machte keine Schwierigkeiten. «Dies ist ein wichtiger Tag für Slowenien, das als erstes Land seit der EU-Erweiterung im Jahr 2004 den Euro einführt», sagte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia in Brüssel. Die Menschen sollten nun besonders auf versteckte Preiserhöhungen achten. «Da die Slowenen beginnen, mit Euros zu bezahlen und Wechselgeld zu erhalten, möchte ich sie daran erinnern, in den nächsten Tagen und Wochen vorsichtig zu sein und auch auf die Preise zu achten.»
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) begrüßte Slowenien in der Euro-Zone. Die slowenische Regierung und Zentralbank hätten sich hervorragend auf den Euro-Beitritt vorbereitet. Die EU-Staaten Zypern und Malta planten die Einführung der Gemeinschaftswährung zum 1. Januar 2008. Die Slowakei wolle den Euro am 1. Januar 2009 übernehmen. «Die deutsche Ratspräsidentschaft wird alle EU- Mitgliedstaaten im kommenden Halbjahr in ihren umfassenden Vorbereitungen zur Annahme des Euro eingehend unterstützen», betonte Steinbrück.
Einer der ersten, der erfolgreich das Funktionieren eines Bankautomaten in Ljubljana erprobte, war Finanzminister Andrej Bajuk. Mitja Gaspari, Gouverneur der Nationalbank, betonte, der Tolar sei eine gute Währung gewesen, der Euro aber sei noch besser.
Slowenien ist als erster der zehn neuen EU-Mitglieder in die Euro-Zone aufgenommen worden. In der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik feierten zehntausende Menschen in der Silvestersternacht auf den Straßen. In Ljubljana wurde der Beginn des Euro-Zeitalters mit tausenden blauen und gelben Luftballons gefeiert. Mit den zwei Millionen Slowenen wächst die Eurozone auf eine Bevölkerung von insgesamt 316,6 Millionen Menschen.
Der Tolar wird parallel mit dem Euro noch bis 15. Januar bei Barzahlungen akzeptiert, danach gilt nur noch die europäische Gemeinschaftswährung. Das Umtauschverhältnis von 239,64 Tolar für einen Euro wurde bereits vor zwei Jahren festgesetzt.
Vier Stunden nach Mitternacht waren knapp drei Viertel aller Bankautomaten auf Euro umgestellt. Auf den Tankstellen konnten die Kunden schon wenige Minuten nach Euro-Einführung den Treibstoff in der neuen Währung bezahlen. Auch die Umstellung an den Autobahn- Mautstellen erfolgte schnell. Slowenische Banken legten am Neujahrstag Sonderschichten ein, um der Bevölkerung zusätzliche Möglichkeiten zum Umtausch der scheidenden Nationalwährung Tolar in Euro zu ermöglichen.
Stimme.de