Norsk Hydro schließt zwei Aluminium-Werke

  
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Hamburg/Oslo (dpa) - Der norwegische Energie- und Aluminiumkonzern Norsk Hydro will wegen zu hoher Energiekosten zwei seiner deutschen Werke mit

Hunderte Kreuze stehen als Protest vor dem Hydro-Aluminiumwerk in Hamburg.
Hunderte Kreuze stehen als Protest vor dem Hydro-Aluminiumwerk in Hamburg.  Foto: dpa
knapp 900 Beschäftigten schließen. Das Hamburger Aluminium-Werk (HAW) soll zum Jahresende den Betrieb einstellen..

Einen entsprechenden Beschluss habe der Verwaltungsrat getroffen, teilte Norsk Hydro am Donnerstag mit. Die endgültige Entscheidung liege beim HAW-Aufsichtsrat, in dem die beiden weiteren Eigentümer Alcoa und Amag vertreten sind. Auch die Norsk-Hydro-Aluminiumhütte in Stade mit 420 Mitarbeitern soll bis Ende 2006 schließen. Norsk Hydro will dann die Aluminiumproduktion in seinem größten deutschen Werk in Neuss konzentrieren.

In Hamburg schließt Norsk Hydro die Schmelzhütte und das Anodenwerk, wo etwa 450 Mitarbeiter beschäftigt sind. Ein benachbartes Walzwerk ist zunächst nicht betroffen.

Gewerkschaften und Industrieverbände machten die Energiepolitik in Deutschland und den unzureichenden Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt für die Werksschließungen verantwortlich. «Es ist unerlässlich, dass der Wettbewerb zwischen den großen Stromerzeugern nachhaltig intensiviert wird», sagte der Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM), Martin Kneer, in Berlin.

«Die Stromkonzerne vertreiben Aluminiumhütten aus Deutschland.» Jan Eulen von der Gewerkschaft BCE erklärte, er fürchte um die Zukunft aller energieintensiven Betriebe in Deutschland. Für das Hamburger Werk forderte er neue Verhandlungen zwischen HAW und HEW, für Stade mehr Zeit.

Die Herstellung von Aluminium ist extrem energieintensiv; rund 40 Prozent der Produktionskosten entfallen auf Strom. Norsk Hydro hatte bereits vor Monaten angekündigt, seine deutschen Standorte auf den Prüfstand zu stellen, wenn sie wegen der hohen Energiekosten nicht mehr konkurrenzfähig produzieren könnten. Der Stromversorger HEW hatte erklärt, er könne nicht die HAW subventionieren. Das Aluminium-Werk ist mit zwei Millionen Megawattstunden (MWh) der größte Stromverbraucher in Hamburg.

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