Fresenius kauft Fuldaer HELIOS Kliniken

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Bad Homburg/Fulda (dpa) - Der Gesundheitskonzern Fresenius steigt mit der Übernahme der HELIOS-Kliniken zu einem der führenden privaten

Fresenius zahlt 1,5 Milliarden Euro für die HELIOS Kliniken GmbH. (Bildrechte: HELIOS Kliniken)
Fresenius zahlt 1,5 Milliarden Euro für die HELIOS Kliniken GmbH. (Bildrechte: HELIOS Kliniken)  Foto: dpa
Krankenhaus-Betreiber in Deutschland auf. Der Kaufpreis liegt bei 1,5 Milliarden Euro.

Das teilte die Fresenius AG, Mutterkonzern der im DAX notierten Fresenius Medical Care, in Bad Homburg mit. Das Kartellamt muss die Akquisition noch genehmigen. Mit Problemen rechnet Fresenius nach eigener Aussage jedoch nicht, da es kaum Überschneidungen gebe. Der Kurs der Vorzugsaktie des MDAX-Wertes sank bis zum Nachmittag um 2,51 Prozent auf 109,68 Euro. Analysten bewerteten den Kauf als strategisch sinnvoll, einige hielten aber den Preis für überhöht.

Die HELIOS Kliniken GmbH aus Fulda zählt mit 24 Krankenhäusern und 9300 Betten sowie einem erwarteten Umsatz von 1,2 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr zu den größten privaten Klinik-Ketten. Dort arbeiten rund 18 000 Mitarbeiter. Die Zahl der eigenen Krankenhäuser im Fresenius-Konzern steigt durch die Übernahme auf 55. Die Kliniksparte werde damit zum «starken dritten Standbein im Konzern» und solle künftig den Namen HELIOS tragen, sagte Vorstandschef Ulf Schneider. Ein Stellenabbau sei nicht geplant, allerdings könnten nach Angaben eines Sprechers «gewisse Überschneidungen» nicht ausgeschlossen werden.

Fresenius werde «aus einer starken Position heraus exzellente Wachstumschancen im Zug der fortschreitenden Privatisierung des deutschen Krankenhausmarktes haben», sagte Schneider. Vor vier Jahren hatte der Konzern bereits die Wittgensteiner Kliniken erworben. Fresenius zählt nun gemeinsam mit den Konkurrenten Asklepios, Sana und Rhön-Klinikum zu den großen privaten Anbietern. Da die öffentlichen Träger angesichts knapper Kassen unter Verkaufsdruck stehen, gilt der Bereich als konjunkturunabhängiger Wachstumsmarkt.

Finanziert werden soll die Akquisition über eine Anleihe und eine Kapitalerhöhung. Ein eigener Börsengang der Sparte sei zunächst nicht angedacht, sagte Schneider. Das HELIOS-Management hält weiterhin sechs Prozent der Anteile, Fresenius erwirbt 94 Prozent von der Eigentümerfamilie Helmig. Zusätzlich kauft der Konzern für seine Sparte Ernährungs- und Infusionstherapie den Medizintechnik- Hersteller Clinico aus Bad Hersfeld mit 1500 Mitarbeitern.

Zum Bieterwettbewerb um die fusionierten hessischen Krankenhäuser Gießen und Marburg, an dem HELIOS beteiligt sein soll, wollte sich ein Fresenius-Sprecher am Freitag nicht äußern. Man werde aber an der bisherigen Strategie festhalten: «Was gestern Ziel von HELIOS Kliniken war, ist es auch heute.» Bei dem laufenden Verfahren handelt es sich um die erste große Privatisierung von Universitätskliniken in Deutschland.

Umsatz und Ergebnis im Fresenius-Konzern legten in den ersten drei Quartalen sowohl insgesamt als auch bei der Tochter Fresenius Medical Care deutlich zu. Bei Fresenius kletterten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 5,717 Milliarden Euro, der Netto-Gewinn stieg um 27 Prozent auf 159 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr wird beim Jahresüberschuss ein Plus von mehr als 25 Prozent erwartet. Die endgültigen Zahlen werden am 3. November vorgelegt.

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