Finanzdienstleister MLP will Vermögensmanagement ausbauen
Frankfurt/Heidelberg (dpa) - Der Finanzdienstleister MLP will das Vermögensmanagement als zweites Standbein neben dem Kerngeschäft Altersvorsorge

Das kündigte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg in Frankfurt an. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) habe der MLP AG die Lizenz erteilt, ihren Kunden über Investmentfonds hinaus auch Aktien und Zertifikate zu vermitteln - wie bislang nur Privatbanken. Im ersten Quartal habe sich das Geschäft positiv entwickelt, sagte Schroeder-Wildberg. Einzelheiten nannte er nicht.
Das im MDAX gelistete Unternehmen peilt im laufenden Geschäftsjahr einen Sprung beim Vorsteuergewinn um 75 Prozent auf 120 Millionen Euro an. Dank der anhaltend starken Nachfrage nach privater Alters- und Gesundheitsvorsorge will der Konzern 2006 die Gesamterträge in den fortgeführten Geschäftsbereichen um 19 Prozent auf 675 Millionen Euro steigern. Allein im Segment Beratung und Vertrieb rechnet MLP mit einem Ertragswachstum von 27 Prozent auf 610 Millionen Euro - unter anderem wegen der seit Januar höheren Pflichtbeiträge für Riester-Renten.
Der auf Akademiker spezialisierte Finanzdienstleister will über Zukäufe im Ausland oder im Vermögensmanagement wachsen. Das Unternehmen plane, sich «mit einem kompetenten Partner gezielt zu verstärken», erklärte Schroeder-Wildberg. Beim Vermögensmanagement liege der Ertragsanteil derzeit unter zehn Prozent.
Bis 2007 kündigte Finanzvorstand Nils Frowein ein deutliches Wachstum bei Kunden und Beratern an. Die Zahl der MLP-Berater soll von 2564 (Ende 2005) auf 3000 steigen. Im vergangenen Jahr sei die Gewinnung neuer Berater schleppender verlaufen als geplant; die Zahl blieb 2005 im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Die Zahl der Kunden soll bis 2007 von 659 000 (Ende 2005) auf 825 000 zulegen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr war bei dem Finanzdienstleister der bereinigte Gesamtumsatz im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 566,2 Millionen Euro zurückgegangen. Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich um elf Prozent auf 68,7 Millionen Euro. MLP hatte Mitte vergangenen Jahres die Lebensversicherungstochter sowie die Versicherungs AG verkauft. Das Geschäft der beiden Töchter ist in den vorgelegten Zahlen für 2005 nicht mehr enthalten.
Nicht zufrieden ist der Finanzdienstleister mit dem Geschäft im europäischen Ausland, das einen Verlust vor Steuern von acht Millionen Euro einfuhr. In der Schweiz habe MLP daher das operative Geschäft eingestellt. Trotzdem erwartet das Unternehmen auch 2006 noch einen Verlust von vier bis fünf Millionen Euro im Ausland.
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