BNP Paribas: Kein Plan zur Commerzbank-Übernahme
Paris (dpa) - Nach dem Kauf der italienischen Bank BNL für neun Milliarden Euro ist die französische Großbank BNP Paribas Gerüchten

Das versicherte BNP-Generaldirektor Baudouin Prot der Pariser Finanzzeitung «La Tribune». Gleichzeitig erklärte er jedoch, die BNP Paribas wolle ihr «Filialgeschäft zunächst in Europa, dann in den USA und dann in den Schwellenländern» stärken. Seit dem Jahr 2000 hat das Pariser Finanzhaus (ohne BNL) 13,3 Milliarden Euro in Übernahmen investiert und neben Beteiligungen in den USA, China oder der Türkei auch den deutschen Online-Broker Consors erworben. Bereits 60 Prozent des Geschäfts und 80 Prozent der Gewinne entfallen auf das Ausland. In den USA ist der Konzern mit BancWest in 20 US-Staaten aktiv.
Die Banca Nazionale del Lavoro (BNL) werde bereits 2008 zum Gewinn beitragen, sagte Prot. BNP Paribas hatte im Kampf um die italienische Filialbank die spanische BBVA und den italienischen Versicherer Unipol ausgestochen. Beide Verlierer können jedoch erhobenen Hauptes die Arena verlassen: BBVA verkauft seine BNL-Beteiligung von 14,75 Prozent mit einem Gewinn von 600 Millionen Euro an BNP Paribas; Unipol gibt seine Anteile mit 81 Millionen Euro Gewinn an die Franzosen ab und bekommt zudem die Mehrheit am BNL-Lebensversicherer BNL-Vita. BNP Paribas hat damit vor Abgabe des offiziellen Übernahmeangebotes bereits fast zwei Drittel der BNL-Anteile sicher.
BNP Paribas kommt mit BNL auf eine Marktkapitalisierung von 71 Milliarden Euro und greift damit die Marktführung der spanischen SCH im Euro-Raum an. Die BNL betreut in Italien mit 17 000 Mitarbeitern in 800 Filialen drei Millionen Kunden. BNP Paribas hat 110 000 Mitarbeiter in 85 Staaten und ist in Italien mit 3700 Mitarbeitern bereits Marktführer bei Konsumentenkrediten. Der Kauf der BNL soll ohne Kredite über Kapitalerhöhungen und aus Eigenmitteln finanziert werden und jährlich 400 Millionen Euro Synergien bringen.
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