Arbeitslosenzahl für 2007 korrigiert - etwa 3,9 Mio ohne Job
Nürnberg (dpa) - Die Arbeitslosenzahlen in Deutschland werden in diesem Jahr nach Einschätzung der Arbeitsmarktforscher in Nürnberg unter vier

Angesichts des stabilen Wirtschaftswachstums und der geringen Winterarbeitslosigkeit sei für 2007 im Jahresdurchschnitt noch mit 3,9 Millionen Arbeitslosen zu rechnen.
Dies wären 580 000 weniger als 2006, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit. Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) korrigierte damit seine ursprüngliche Prognose von knapp 4,3 Millionen. Die neue Prognose basiere auf der Annahme, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 1,75 Prozent wachse.
BA-Chef Frank-Jürgen Weise war noch am Vortag von einer Jahresarbeitslosigkeit von 4,0 Millionen ausgegangen, hatte aber bei einer günstigen Entwicklung ein Unterschreiten dieses Werts nicht ausgeschlossen. Sollten allerdings alle denkbaren Risiken eintreffen, könnten es auch etwas mehr als 4,0 Millionen sein, hatte er eingeschränkt.
Insgesamt rechnet das IAB für dieses Jahr mit der Schaffung von 300 000 neuen Stellen. Die Zahl der Erwerbstätigen werde damit auf 39,41 Millionen steigen.
Der Osten werde von dieser Entwicklung aber schwächer profitieren als der Westen Deutschlands; entsprechend werde die Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesländern weniger stark abnehmen als in den alten. Die Arbeitslosenquote werde im Osten mit 15,7 Prozent weiterhin fast doppelt so hoch sein wie im Westen mit 7,9 Prozent, sagen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher voraus.
Die Vollzeitbeschäftigung dürfte nach Einschätzung des IAB erstmals seit dem Jahr 2000 wieder zunehmen - und zwar um rund 30 000. Bei den Teilzeitbeschäftigten sei 2007 ein Zuwachs von 250 000 Personen wahrscheinlich.
Die Zahl der Selbstständigen dürfte um gut 20 000 zulegen, also nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Bei den Mini-Jobs sei nicht von größeren Veränderungen auszugehen. Seit im Juli 2006 die Angabenbelastungen für solche Stellen angehoben worden seien, stagniere ihre Zahl bei 5,7 Millionen. Auch bei den Ein-Euro-Jobs seien nur geringe Zunahmen zu erwarten.
Zusätzlich entlastet wird der Arbeitsmarkt im Jahr 2007 von der demographischen Entwicklung: Mit dem Ausscheiden eines wachsendem Anteils älterer Menschen aus dem Arbeitsleben sinke auch die Arbeitslosigkeit. Im laufenden Jahr führt dies nach IAB-Einschätzung zu einem Rückgang des Arbeitskräfteangebots um rund 100 000. Nicht mehr als arbeitslos würden in der Statistik auch jene gezählt, die Weiterbildungen absolvierten oder trotz fehlenden Jobs darauf verzichteten, weiter arbeitslos gemeldet zu sein. Diese so genannte Stille Arbeitsmarktreserve werde in diesem Jahr um rund 110 000 steigen, prognostiziert das IAB.
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