Anklage gegen Ex-Babcock-Chef Lederer und TUI-Vorstand erhoben

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Düsseldorf (dpa) - Mehr als fünf Jahre nach der milliardenschweren Insolvenz der Babcock Borsig AG hat die spektakuläre Pleite doch noch ein

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wirft Klaus Lederer unter anderem Untreue vor. (Archivbild)
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wirft Klaus Lederer unter anderem Untreue vor. (Archivbild)  Foto: dpa
gerichtliches Nachspiel.

Gegen den ehemaligen Babcock-Borsig-Chef Klaus Lederer und den TUI-Vorstand Rainer Feuerhake sei Anklage wegen des Verdachts der Untreue erhoben worden, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Landgericht in Duisburg muss nun entscheiden, ob beiden Managern der Prozess gemacht wird.

Beide sollen sich in ihrer einstigen Funktion als Aufsichtsräte der Schiffswerft und Babcock-Tochter HDW strafbar gemacht haben. Der HDW seien damals 1,15 Milliarden D-Mark entzogen worden sein. Das Geld sei in die Konzernkasse geflossen. Babcock Borsig hatte 2002 Insolvenz anmelden müssen. Die Ankläger werfen Lederer und Feuerhake zudem Insolvenzverschleppung oder Beihilfe dazu vor. Lederer müsse sich darüber hinaus wegen Steuerhinterziehung verantworten.

Der Reisekonzern TUI stellte sich am Dienstag hinter seinen Finanzvorstand Feuerhake. Man sei nach wie vor der Auffassung, dass Feuerhake sich nicht strafbar gemacht habe, teilte das Unternehmen mit. Dies werde von renommierten Rechtsgutachtern unterstützt. Die Aktionäre der HDW hätten der Übertragung der liquiden Mittel an Babcock zugestimmt. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall auch mehrere Jahre gegen den amtierenden TUI-Chef Michael Frenzel ermittelt. Das Verfahren gegen ihn war gegen Zahlung einer Geldauflage von 750 000 Euro eingestellt worden.

Die Babcock-Pleite 2002 war eine der größten Insolvenzen der deutschen Wirtschaft. Neben Frenzel und Lederer war auch gegen den inzwischen gestorbenen WestLB-Chef Friedel Neuber ermittelt worden.

Babcock Borsig war im Sommer 2002 in die Pleite gerutscht. Zuvor hatte TUI während seiner Neuausrichtung zum Tourismus-Konzern noch unter dem Namen Preussag Beteiligungen an Babcock verkauft, darunter auch die gut laufende Schiffbau-Sparte HDW. Das HDW-Kapital sei an Babcock übergegangen und dann «relativ schnell verschwunden», sagte Neukirchen. So soll der längst marode Babcock-Konzern lange Zeit zu Lasten der ehemaligen Tochter, der Kieler Werft HDW, über Wasser gehalten worden sein.

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