Aktionärsvertreter kritisieren Auflösung der Vereins- und Westbank
Hamburg (dpa) - Die vollständige Eingliederung der Vereins- und Westbank in den HypoVereinsbank-Konzern trifft bei den Aktionären auf harte Kritik.

Das sagte Dirk Unrau von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf der Hauptversammlung in Hamburg. Er kritisierte sowohl die Eingliederung selbst, die zu Kundenverlusten führen müsse, als auch das Verfahren, das zu monatelanger Verunsicherung bei Kunden, Mitarbeitern und Aktionären geführt habe. Die zwangsweise Abfindung der freien Aktionäre («Squeeze Out») sei nicht in deren Sinne.
Dagegen verteidigte Vorstandssprecher Stefan Schmittmann die Integration, die im zweiten Halbjahr umgesetzt werden soll. «Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir uns zwei Banken mit praktisch identischem Geschäftsmodell nicht mehr leisten können, da dies letztlich für unsere Kunden keine Vorteile bringt», sagte er. Angesichts der Konsolidierung der Bankenbranche sei die Integration einer kleineren in eine größere Bank ein ganz normaler Prozess. So ließen sich sowohl auf der Ertrags- wie auf der Kostenseite Verbesserungen erzielen.
Die HypoVereinsbank werde ihren Standort Hamburg im Zuge der Eingliederung aufwerten, kündigte Schmittmann an. Die Hansestadt werde Sitz von zwei Bereichsvorständen, die für elf Bundesländer die Marktverantwortung tragen werden, darunter ganz Ostdeutschland.
Während die heutige Vereins- und Westbank 500 000 Kunden habe, werde die HypoVereinsbank künftig 900 000 Kunden von Hamburg aus betreuen. «Das illustriert den hohen Stellenwert, den der Standort Hamburg auch künftig in der HypoVereinsbank genießen wird», sagte Schmittmann. Zudem werde Hamburg bankweites Kompetenzzentrum für Leasing, Sachwertanlagen, Schifffahrt und die Finanzierung des Rohstoffhandels.
Der weitere Fahrplan für die Eingliederung sieht vor, dass bis Mitte Mai ein Bewertungsbericht für die Vereins- und Westbank vorliegt und anschließend die Höhe der Barabfindung für die Aktionäre festgelegt wird. Den Schlussstrich unter die Vereins- und Westbank soll eine außerordentliche Hauptversammlung am 24. Juni ziehen.
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