Spenden: Trends und Vergleiche zur Wohltätigkeit in der Weihnachtszeit
Spenden für gemeinnützige Zwecke laufen im Advent hoch – in keinem Monat wird mehr gespendet als im Dezember. So entwickeln sich die Spenden in Deutschland und der Welt.

Ein Herz für Kinder, der RTL-Spendenmarathon oder die Hilfsaktion der Stimme-Leserinnen und -Leser „Menschen in Not“: Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Der Dezember ist laut dem Deutschen Spendenrat konsequent der Monat mit dem höchsten Spendenaufkommen im Jahr. Doch wie entwickeln sich die Spenden im Lichte globaler Krisen und einer schwierigen Konjunkturlage in Deutschland?
Weihnachtszeit ist Spendenzeit: Bisher 2025 weniger Geld gespendet als im Vorjahr
2025 wurde in der Bundesrepublik bisher insgesamt weniger Geld gespendet als 2024. Die Gesamtspendensumme im Zeitraum von Januar bis September ging in diesem Jahr um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück und liegt nun bei 2,771 Milliarden Euro. Das geht aus Daten von Yougov im Auftrag des Deutschen Spendenrats hervor.
Insgesamt spendeten in dem Zeitraum auch weniger Menschen als im Vorjahr. Waren es 2024 noch 20,1 Prozent, sind es in diesem Jahr 18,0 Prozent. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Summe einer Einzelspende von 38 (2024) auf 41 Euro.
Spenden im bundesweiten Vergleich: Baden-Württemberger spenden am meisten
Hinsichtlich der durchschnittlichen Spendenhöhe gibt es auch starke regionale Unterschiede, wie ein Kurzbericht des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) verrät. Pro Kopf und Jahr wurden in Baden-Württemberg 2024 durchschnittlich 568,69 Euro gespendet. Damit ist das Ländle bundesweiter Spitzenreiter.
Niedrigere Spendensummen finden sich laut IW in Bundesländern, in denen die Wirtschaftsleistung (BIP pro Kopf) unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Schlusslichter mit Spendensummen von 266,78 beziehungsweise 200,11 Euro pro Kopf sind Rheinland-Pfalz beziehungsweise Sachsen-Anhalt.
Auch der Spenderanteil an der Bevölkerung schwankt laut IW zwischen den Bundesländern. Den höchsten Anteil an Spendern hatte 2024 Hamburg, den niedrigsten Brandenburg. Baden-Württemberg landete im Mittelfeld.
Spenden in Deutschland: Alter der Geldgeber und Spendenzwecke
Laut dem Yougov-Bericht im Auftrag des Deutschen Spendenrats ist die tragende Säule des Spendenaufkommens in Deutschland die Generation 60 plus. Diese Menschen haben einen Anteil von 58 Prozent an der Gesamtspendensumme. Dennoch gab es in dieser Gruppe gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang beim insgesamt gespendeten Geld um 16 Prozent.
Auch bei den Spendenzwecken gab es Veränderungen. Laut der Yougov-Abfrage sanken die Spenden für humanitäre Zwecke, dazu zählen zum Beispiel Kinder- und Jugendhilfe oder Krankheit und Behinderung, mit insgesamt 17 Prozent mehr, als Spenden für nicht-humanitäre Zwecke, wie beispielsweise Umwelt- und Tierschutz, mit einem Rückgang von 6 Prozent. Gerade beim Natur-, Umwelt- und Klimaschutz zeigte sich ein Wachstum.
Gemeinnützige Spenden weltweit: Indonesien ist Spitzenreiter
Das weltweit spendenfreundlichste Land ist übrigens Indonesien. Das geht aus einem Bericht der Charities Aid Foundation hervor, einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in London. Gefragt, ob man im vergangenen Monat für gemeinnützige Zwecke gespendet hat, antwortete in Indonesien 2024 mit 90 Prozent der größte Anteil an Erwachsenen mit „ja“. In Deutschland waren es in diesen Daten 52 Prozent.
Die britische Organisation errechnet gemeinsam mit den Kategorien „helped a stranger“ – einem Fremden geholfen – und „volunteered“ – Freiwilligenarbeit geleistet – den „World Giving Index“ – wörtlich übersetzt der „Welt-Geben-Index“. Deutschland liegt hier auf Platz 37 von 142 untersuchten Ländern. Angeführt wird die Liste von Indonesien, Kenia und Singapur. Schlusslichter sind Kambodscha, Japan und auf dem letzten Platz Polen.
Die Charities Aid Foundation hebt zudem hervor, dass der Anteil am Jahreseinkommen, der gespendet wird, in Länder mit niedrigem Einkommen mit 1,45 Prozent am höchsten ist. Menschen in Ländern mit niedrigem mittleren Einkommen spenden 1,43 Prozent ihres Einkommens, in Ländern mit hohem mittleren Einkommen sind es 1,02 Prozent. Am niedrigsten liegt der Anteil in Ländern mit hohem Einkommen. 0,70 Prozent des Jahreseinkommens werden dort für gemeinnützige Zwecke gespendet.
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