Wie bereits die US-Gesellschaft
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Tupperware Deutschland meldet Insolvenz an

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Nach der US-Muttergesellschaft hat nun auch Tupperware Deutschland Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen.

Von aha/dpa

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Die deutsche Tochtergesellschaft des renommierten Herstellers von Haushaltswaren Tupperware hat Insolvenz angemeldet. Das berichtet die "Wirtschaftswoche". Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgehe, wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Thomas Rittmeister als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt.

Bereits im September hatte die US-Muttergesellschaft einen Chapter-11-Antrag gemäß US-Insolvenzrecht gestellt, um sich vor den Ansprüchen ihrer Gläubiger zu schützen, denen das Unternehmen laut "Wirtschatswoche" Hunderte Millionen Dollar schuldet. Gleichzeitig wurde ein Verkaufsprozess eingeleitet, mit dem Ziel, die Marke zu erhalten und die Transformation hin zu einem technologieorientierten Unternehmen voranzutreiben.

Tupperware Deutschland meldet Insolvenz an

Der Name Tupperware wird auch in Deutschland oft als Synonym für Frischhaltedosen gebraucht. Das 1946 gegründete Unternehmen ist mit dem Direktverkauf groß geworden: Tupperware-Partys, bei denen Verkaufsberater die Dosen und andere Küchenartikel unters Volk bringen. Die Gastgeber bekommen Rabatte, die Berater eine Provision. Laut "Wirtschaftswoche" dürfte die akutelle Lage Probleme bei der Auslieferung von Waren mit sich bringen. 

Rund 90 Prozent der Erlöse kämen aus solchem Direktmarketing, betonte Tupperware. Durch den sturen Fokus auf das langjährige Erfolgsrezept habe man aber auch lange Chancen unter anderem im Online-Handel verpasst, hieß es von einem früheren Sanierungschef. 

Erst 2022 fing Tupperware an, Produkte unter anderem bei Amazon online zu verkaufen, und suchte auch den Weg in Regale stationärer Händler wie Target in den USA. Anders als in den Anfangsjahren wüssten viele Verbraucher, was die Produkte von Tupperware seien – aber nicht, wo man sie kaufen könne, beklagte das Management.

Insolvenz bei Tupperware: Chancen im Online-Handel verpasst

Tupperware hat 5450 Beschäftigte in 41 Ländern. Hinzu kommen rund 465.000 der eigenständig agierenden Verkaufsberater. Diese Zahl sei nach einer Warnung vor wirtschaftlichen Problemen bereits geschrumpft, betonte Tupperware. Schlagzeilen wie "die Party ist vorbei", hätten für Unruhe unter den Beratern gesorgt.

Am Anfang von Tupperware war Plastik. Der Erfinder Earl Tupper startete 1938 eine Kunststoff-Firma. Im Zweiten Weltkrieg stellte sie unter anderem Gasmasken her. Nach Kriegsende hatten Plastik-Produzenten plötzlich erhebliche Überkapazitäten. 

Tupper experimentierte, bis er einen langlebigen und gut aussehenden Kunststoff erfand, der sich für Frischhaltedosen eignete. Die zweite Innovation war das Frischeventil auf dem Deckel, das überschüssige Luft aus der Box herausdrücken lässt.

Neues Verkaufsmodell brachte Tupper auf die Erfolgsspur

Tupper setzte einst erst auf den klassischen Einzelhandel – und hatte sogar einen Laden auf der New Yorker Fifth Avenue. Doch dann traf Brownie Wise, eine geschiedene alleinerziehende Mutter aus Detroit auf Produkte der Firma. Sie hatte die Idee, Tupperware-Dosen bei Veranstaltungen mit Demonstrationen zu verkaufen. Das funktionierte so gut, dass Tupper 1951 dem klassischen Einzelhandel den Rücken kehrte und Wise zur Marketingchefin machte.

Zuletzt machte Tupperware der Firma zufolge auch "Anti-Plastik-Stimmung" zu schaffen – die Sorge davor, dass chemischen Verbindungen aus Kunststoff in die Lebensmittel gelangen. 

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