US-Zölle gegen China liegen insgesamt bei 145 Prozent – 20 Prozent vergessen
Die Zölle auf Importe aus China in die USA liegen bei 145 Prozent. Die bereits verkündeten 125 Prozent würden zusätzlich zu einem 20-Prozent-Aufschlag gelten.
Wie unter anderem zuerst die Welt und t-online.de berichteten, liegen nun die US-Zölle gegen China bei 145 Prozent. Das berichte demnach der US-Sender CNBC unter Berufung auf das Weiße Haus. Zuvor wurden die Zölle für China auf Importe in die USA in Höhe von 125 Prozent verkündet. Bei den Angaben waren jedoch die bereits eingeführten Zölle in Höhe von 20 Prozent nicht einberechnet, die Trump wegen Chinas Rolle bei der Herstellung der Droge Fentanyl in den vergangenen Monaten erhoben hatte. Die Gesamthöhe der Zölle beläuft sich auf 145 Prozent. Unterdessen hat der US-Präsident Donald Trump eine 90-tägige Pause von bestimmten Zöllen für einige Länder angekündigt.
20 Prozent vergessen: US-Zölle gegen China liegen jetzt bei 145 Prozent
Trump fährt seit seinem Amtsantritt einen harten handelspolitischen Kurs gegenüber China. Am Mittwoch hatte er auf der Online-Plattform Truth Social angekündigt, die Zölle auf Importe aus China noch weiter auf insgesamt 125 Prozent zu erhöhen, während er gleichzeitig für andere Länder bestimmte Zölle vorübergehend aussetzte. Trump begründete den Schritt damit, dass China den Weltmärkten gegenüber „mangelnden Respekt“ entgegenbringe. Das Weiße Haus gab zunächst nur spärlich Informationen zu dem Schritt heraus.
Erst als die US-Regierungszentrale deutlich später die formale, schriftliche Anordnung zu der Zoll-Erhöhung veröffentlichte, fiel die Lücke bei der Berechnung der China-Zölle auf. Denn aus der Anordnung geht hervor, dass sich Trump bei dem Zoll-Sprung auf 125 Prozent lediglich auf jene Sonderabgaben bezog, die er seit Anfang April als Teil seiner sogenannten wechselseitigen Zölle verhängt hatte. Das sind Sonderabgaben als Reaktion auf Handelsbarrieren in anderen Ländern für Einfuhren aus den USA.
In den Monaten zuvor hatte die Trump-Regierung aber bereits mit anderer Argumentation Zölle gegen China verhängt – und zwar wegen der Rolle des Landes bei der Herstellung der Droge Fentanyl, die im großen Stil in die USA geschmuggelt wird. Trump verkündete mit dieser Begründung bereits Anfang Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent auf Einfuhren aus China. In einem zweiten Schritt wurden die dann verdoppelt auf 20 Prozent. Und diese 20 Prozent gelten weiter – müssen also zu den 125 Prozent hinzuaddiert werden.
China wirft den USA „Erpressung“ vor – neue Zölle verschärfen den Handelskonflikt weiter
Das bedeutet eine weitere Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Peking hatte als Reaktion auf die US-Zollankündigungen der vergangenen Tage klargemacht, dass es im Zollstreit bereit sei, „bis zum Ende zu kämpfen". China wirft den USA „Erpressung“ vor.
Bisher kam aus China noch keine Reaktion auf die abermalige Erhöhung der US-Zölle auf 125 Prozent – auch nicht auf die neue Berechnung mit Gesamtzöllen in Höhe von 145 Prozent.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare