Tesla in der Absatzkrise – Unternehmen will künftig auf Roboter setzen
Absatz, Umsatz, Gewinn – für 2025 steht bei Tesla überall ein dickes Minus. Der US-Autobauer bereitet nun einen radikalen Kurswechsel vor.
Tesla war lange Jahre führend im Bereich der Elektroautos. Nun scheint der Höhenflug des US-Herstellers vorerst vorbei zu sein. Im vergangenen Jahr sank der Absatz zum zweiten Mal in Folge um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte die Firma von Elon Musk 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht.
Der Umsatz des Unternehmens, zu dem neben dem Autogeschäft unter anderem auch eine Sparte mit stationären Stromspeichern gehört, schrumpfte nach Angaben von Tesla im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 94,83 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn brach um 46 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar ein.
Absatzkrise bei Tesla: Ende der Förderung in den USA und fehlende Innovationen
Vor allem in Europa musste Tesla deutliche Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Trotz einer Überarbeitung beim Model Y und Preissenkungen beim Model 3 blieben die Verkäufe deutlich hinter den Erwartungen. Als Flop entpuppt sich immer mehr der Cyber Truck, die Nachfrage ist kaum zählbar. In den USA selbst hatte der Autobauer damit zu kämpfen, dass die staatliche Förderung vollelektrischer Fahrzeuge ausgelaufen ist.
Tesla war einst einer der wenigen Pioniere im Bereich der Elektroautos. Nun aber kritisieren viele Experten, dass vor allem die Konkurrenz aus China den US-Hersteller technologisch ein- und vielfach bereits überholt habe. „Die Innovationsdynamik hat bei Tesla in den letzten Jahren deutlich abgenommen“, sagt zum Beispiel Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Tesla habe jahrelang keine neuen Modelle auf den Markt gebracht, die Konkurrenz aus China, aber zunehmend auch aus Deutschland sei dabei immer stärker geworden, erklärt der Experte.

Strategiewechsel bei Tesla: Modelle S und X werden zugunsten von Robotern eingestellt
Nun vollzieht das Unternehmen einen radikalen Strategiewechsel. Tesla stellt die beiden größeren Elektroauto-Modelle S und X ein, um Kapazitäten für die Roboter-Produktion freizumachen. Besitzer der betroffenen Wagen würden über die Lebenszeit der Fahrzeuge weiterhin technische Unterstützung bekommen, versicherte Tesla-Chef Elon Musk (54) in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Produktion der beiden Modelle solle aber im kommenden Quartal auslaufen.
Auf den bisherigen Produktionslinien für Model S und Model X sollen künftig die humanoiden Roboter von Tesla mit dem Namen Optimus gebaut werden. Musk hatte jüngst in Aussicht gestellt, sie bis Ende 2027 in den Verkauf bringen zu wollen. Tesla wird in diesem Jahr auch die Produktion selbst fahrender Robotaxi-Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale mit dem Namen Cybercab starten. Musk sagte, dass man in der Zukunft viel mehr dieser Wagen als alle anderen Modelle bauen werde. Für Autoexperte Bratzel sei es jedoch fraglich, „ob das Geschäftsmodell mit den geplanten Robotertaxis wirklich funktioniere“.
Tesla: Größere Modelle zuletzt kaum noch nachgefragt
Die beiden größeren Tesla-Modelle S und X laufen aber nicht nur deswegen aus, um Kapazitäten für die Fertigung der neuen Roboter zu schaffen. Die beiden Baureihen waren zuletzt nur noch sehr schwach nachgefragt. Inzwischen machen die neueren Fahrzeuge Model 3 und Model Y den Großteil des Tesla-Geschäfts aus: Im vergangenen Jahr entfielen auf sie fast 97 Prozent der Auslieferungen, wie aus den aktuellen Zahlen des Unternehmens hervorgeht.
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