Löhne steigen
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Einigung im Tarifstreit: Mehr Geld für den öffentlichen Dienst

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Im Tarifstreit um die Löhne im öffentlichen Dienst konnten sich die Parteien einigen. Für April gebe es rückwirkend mehr Geld, die Gehälter steigen dann am 1. Mai 2026 weiter. 

von dpa

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben Gewerkschaften und Arbeitgeber am Sonntag, 6. April, eine Einigung erzielt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Verhandlungskreisen. Für die 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll es mehr Geld geben. 

Wie der Focus berichtet, soll es 5,8 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten geben. Die Löhne sollen außerdem zum 1. April um drei Prozent erhöht werden. Am 1. Mai kommenden Jahres steigen sie erneut um 2,8 Prozent.

Einigung im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst: „Schwieriges Ergebnis in schwierigen Zeiten" 

Die Vorsitzende der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) Frank Werneke bezeichnet es als ein „schwieriges Ergebnis in schwierigen Zeiten". Die insgesamt vier Verhandlungsrunden samt Schlichtung seien sehr zäh verlaufen und hätten aufgrund der Verweigerungshaltung auf Arbeitgeberseite bei vielen Themen mehrfach vor dem Scheitern gestanden, erklärte Werneke.

„Erst nach einer erfolgreichen Warnstreikrunde mit zehntausenden Kolleginnen und Kollegen ist Bewegung in die Verhandlungen gekommen. Letztendlich konnte ein Tarifergebnis mit prozentualen Einkommenssteigerungen oberhalb der zu erwartenden Preissteigerungsrate durchgesetzt werden, außerdem Verbesserungen bei einigen Zuschlägen und der Arbeitszeit", erklärt der Verdi-Vorsitzende. 

Rückwirkende Lohnerhöhung für April – Gehälter sollen im Mai 2026 weiter steigen

Im Ergebnis soll es für die Beschäftigten ab April 2025 eine Entgelterhöhung von drei Prozent monatlich geben, mindestens aber 110 Euro, wovon insbesondere Menschen aus den unteren Lohngruppen profitieren. Eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent erfolgt ab Mai 2026. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 27 Monate, bis zum 31. März 2027.

Darüber hinaus steigen die Zulagen für besonders belastende Arbeitszeiten deutlich: von 40 auf 100 Euro monatlich für Schichtdienste, von 105 auf 200 Euro für Wechselschichtdienste, in Krankenhäusern von 155 auf 250 Euro. Alle Zuschläge werden dynamisiert, steigen also bei künftigen Tariferhöhungen prozentual mit.

Nicht nur mehr Geld: Diese Änderungen sieht der neue Tarif vor

Bei der Arbeitszeit wurde ein zusätzlicher Urlaubstag ab dem Jahr 2027 vereinbart. Daneben verständigten sich die Tarifparteien auf die Einführung eines Langzeitkontos sowie verbesserter Regelungen bei der Gleitzeit. Zudem kann die Jahressonderzahlung (13. Monatsgehalt) künftig in bis zu drei freie Tage umgewandelt werden, um mehr Flexibilität und Zeitsouveränität zu erreichen. Die Jahressonderzahlung wird dafür insgesamt erhöht: bei den kommunalen Arbeitgebern einheitlich auf 85 Prozent, beim Bund auf 75 bis 95 Prozent des Monatsgehalts.

Zugleich wurde mit den Arbeitgebern vereinbart, dass es zeitlich befristet freiwillige Erhöhungen der persönlichen Arbeitszeit auf bis zu 42 bezahlte Stunden in der Woche geben kann, mit zusätzlichen Gehaltszuschlägen für die Erhöhungsstunden.

Verdi startet nun eine Mitgliederbefragung zum Tarifergebnis. Mitte Mai entscheidet dann die Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst abschließend.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben