Absatz von E-Autos bricht 2024 ein – Experten erwarten Rabatte
In Deutschland ist der Absatz von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen 2024 um rund 27,5 Prozent gesunken. Experten erwarten nun, dass die Hersteller 2025 höhere Rabatte für E-Autos gewähren.
Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im vergangenen Jahr eingebrochen. Lediglich rund 380.600 reine E-Fahrzeuge wurden im Jahresverlauf neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von fast 27,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitgeteilt hat. Der Anteil der Elektroautos an allen Neuzulassungen ging damit ebenfalls zurück – auf 13,5 Prozent. Im Jahr davor war noch fast jeder fünfte neu zugelassene Pkw (18,4 Prozent) ein Fahrzeug mit Batterie.
So viele E-Autos sind in der Region zugelassen
Im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung waren zum Stichtag am 31. Dezember 2024 insgesamt 16469 E-Autos zugelassen. Im Vergleich zum Silvestertag 2023 ist das eine Zunahme um etwas mehr als 2000 Stromer. Ende 2018 waren in der Region gerade einmal 716 rein elektrische Fahrzeuge zugelassen. Spitzenreiter in der Region ist der Landkreis Heilbronn mit 10.311 vollelektrischen Fahrzeugen, in der Stadt Heilbronn sind derzeit 2203 Elektro-Pkw unterwegs, im Hohenlohekreis 3955.
Weniger E-Autos in Deutschland neu zugelassen – Wachstum für 2025 erwartet
Für das Jahr 2025 rechnet der VDA (Verband der deutschen Automobilindustrie) und der VDIK (Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller) mit einem Absatzplus bei E-Autos. Der VDIK erwartet insgesamt und 2,85 Millionen Pkw-Neuzulassungen.
„Der damit erwartete leichte Anstieg baut auf ein starkes Wachstum bei den batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV). Für ein solches Wachstum braucht es aber verbesserte Rahmenbedingungen und Anreize für den Hochlauf der Elektromobilitä“, sagt VDIK-Präsidentin Imelda Labbé. „Eine steuerliche Förderung für den Kauf von Elektrofahrzeugen, etwa auch im Bereich der Mehrwertsteuer, ist dabei sinnvoller als eine reine Kaufprämie. Dadurch profitieren Kunden zusätzlich durch stabile Restwerte ihrer Fahrzeuge.“
Weniger Neuzulassungen 2024 – Hersteller-Rabatte für E-Autos erwartet
Aus Teilen der Politik wird seit einiger Zeit der Ruf nach einer neuen Kaufprämie laut. Aber auch ohne staatliche Anreize rechnen Experten damit, dass die Hersteller in diesem Jahr mit hohen Rabatten für die Stromer agieren werden.
Zum Hintergrund: Nach Vorgaben der EU sinkt der Schwellenwert für die CO₂-Flottenziele der Autohersteller von 116 Gramm pro Kilometer (g/km) im vergangenen Jahr nun auf nur noch 93,6 g/km. Nach einer Auswertung der Analysten von Dataforce liegen aktuell fast alle Hersteller über dem neuen Schwellenwert. Daher muss der Verkauf von E-Autos deutlich angekurbelt werden. Bei Nichteinhaltung der CO₂-Grenzwerte drohen hohe Geldstrafen.
Anteil an E-Autos muss im VW-Konzern deutlich steigen
Die Regelungen treffen insbesondere die großen Hersteller. Der VW-Konzern zum Beispiel muss seinen Anteil an E-Autos am Gesamtabsatz im Vergleich zu 2023 nahezu verdoppeln, um die Grenzwerte einzuhalten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report der Großbank UBS.
2023 kam VW demnach europaweit auf einen Elektroauto-Anteil von 13 Prozent, für 2024 liegen noch keine Zahlen vor. Um die neuen EU-Vorgaben zu erfüllen, sei 2025 ein Anteil von 25 Prozent nötig. „Dass VW seine Ziele aus eigener Kraft schafft, ist unrealistisch. Dafür ist der Sprung viel zu groß“, sagt Patrick Hummel, Head of European Autos Research bei UBS.
Preisabstand zwischen E-Auto und Verbrenner verkleinert sich
Betrachtet man die 20 meistverkauften E-Autos und Verbrennermodelle im vergangenen Jahr in Deutschland, kosteten Stromer im Schnitt 5600 Euro mehr als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor. „Wir gehen davon aus, dass sich der Abstand in diesem Jahr auf 4000 Euro verkleinert“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR (Center Automotive Research) mit Sitz in Bochum. „Für den Fall, dass etwa in Deutschland staatliche Kaufprämien für Elektroautos ausgelobt werden, ist ein weiteres Abschmelzen des Preisabstands zu erwarten.“
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