Steuererklärung mit nur einem Klick: Worauf Nutzer bei „MeinElster+“ achten müssen

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Die Steuererklärung vollständig mobil und vereinfacht abgeben? Ab dem 1. Juli ist das für einige Steuerzahler möglich. Warum die Erklärung per Elster-App trotzdem geprüft werden sollte.

Von red/ dpa

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Ab dem 1. Juli wird sie Realität: die Steuererklärung mit nur einem Klick. Über die App „MeinElster+“ des offiziellen Online-Finanzamts Elster können ausgewählte Steuerzahler ihre Einkommensteuererklärung erstmals vollständig mobil und stark vereinfacht abgeben.

Einreichen mit einem Klick: Elster-App füllt die Steuererklärung automatisch aus

„Die Finanzverwaltung greift dabei auf Daten zurück, die ihr bereits elektronisch vorliegen, wie Lohnsteuerbescheinigungen der Arbeitgeber, Rentenbezugsmitteilungen oder Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung“, sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. „Aus diesen Informationen wird eine vorausgefüllte Steuererklärung erstellt.“ Nutzerinnen und Nutzer sehen in der App dann eine bereits fertige Berechnung. Stimmt alles, genügt ein Klick zur Übermittlung.

Das Verfahren basiert auf dem bekannten System der vorausgefüllten Steuererklärung, das es auch bislang schon gab – geht aber einen Schritt weiter: Statt Formulare zu öffnen, Daten zu übertragen und Anlagen auszuwählen, reduziert sich der Prozess im Idealfall auf das Prüfen und Bestätigen.

Ein-Klick-Steuererklärung: Angebot zuerst nur für Standardfälle

Zum Start richtet sich das Angebot vor allem an ledige, kinderlose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Rentnerinnen und Rentner mit überschaubaren steuerlichen Verhältnissen. Komplexere Lebenssituationen – etwa mit Kindern, Vermietungseinkünften oder selbstständiger Tätigkeit – sind zunächst nicht vorgesehen.

Damit wird deutlich: Die Ein-Klick-Erklärung ist kein Ersatz für die vollständige Steuererklärung für alle Steuerzahler, sondern ein vereinfachtes Angebot für Standardfälle.

Wer eine solche überschaubare steuerliche Verhältnisse hat, kann sich seit Dienstag (31. März) für den Service registrieren. Ab Juli erhalten registrierte Interessenten dann eine vorausgefüllte Steuererklärung direkt auf das Smartphone

Kein Geld verschenken: Steuererklärung vor dem Absenden kritisch prüfen

Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Bürokratie, weniger Hemmschwellen, mehr digitale Beteiligung. Gerade Menschen, die bislang aus Unsicherheit oder Bequemlichkeit auf eine freiwillige Steuererklärung verzichtet haben, könnten profitieren.

Daniela Karbe-Geßler mahnt jedoch zur Vorsicht: „Die vorausgefüllten Daten enthalten nur Informationen, die dem Finanzamt ohnehin gemeldet werden.“ Werbungskosten über dem Pauschbetrag, außergewöhnliche Belastungen, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen erscheinen nicht automatisch in der Berechnung. Wer unkritisch bestätigt, verschenkt womöglich Geld. Wer steuerlich abzugsfähige Aufwendungen melden kann, sollte diese darum selbst noch ergänzen.

Die Steuererklärung per Klick ist dem Bund der Steuerzahler zufolge ein bedeutender Schritt in Richtung digitale Verwaltung. Sie vereinfacht Prozesse, ersetzt aber nicht die individuelle Prüfung. Der Klick mag technisch genügen. Steuerlich klug sei er aber nur, wenn man zuvor genau hingesehen hat.

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