Neobroker

ETF-Sparplan für die Rente: Vermögensaufbau mit Trade Republic, Scalable Capital und Co.

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Die Rentenlücke wächst, die Inflation frisst Ersparnisse auf – und Millionen Deutsche setzen auf eine vergleichsweise einfache Methode: den ETF-Sparplan. So funktioniert der Einstieg.


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Wer 40 Jahre lang monatlich 200 Euro auf ein Girokonto ohne Zinsen einzahlt, hat am Ende zwar 96.000 Euro angespart – kann sich davon aber nur noch etwa die Hälfte leisten. Der Grund ist die Inflation. Gleichzeitig steht die gesetzliche Rente durch den demografischen Wandel unter Druck. Wer privat vorsorgen will, stößt deshalb immer häufiger auf einen Begriff: ETF-Sparplan. Doch was steckt dahinter – und wie gelingt der Einstieg?

Warum die gesetzliche Rente allein nicht mehr reicht

Der demografische Wandel belastet das Rentensystem zunehmend: Immer weniger Beitragszahler finanzieren immer mehr Rentner. Die Folge ist eine wachsende Lücke zwischen gesetzlicher Rente und tatsächlichem Finanzbedarf im Alter.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielten Ende 2025 rund 764.000 Menschen im Rentenalter Grundsicherung – so viele wie nie zuvor.

Hinzu kommt die Inflation. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, eine Verbraucherorganisation, zeigt in einem Ratgeber zu Rendite und Risiko, wie stark sie sich auswirkt: Wer 100 Euro monatlich über 35 Jahre anlegt – zu einem Viertel in Aktien, zu drei Vierteln in Festgeld – kommt inflationsbereinigt im Mittel auf rund 52.050 Euro. Je nach Zeitraum sind es sogar nur etwa 45.640 Euro oder maximal 56.280 Euro. Entscheidend ist daher nicht die nominale Summe auf dem Konto, sondern die reale Kaufkraft.

Was ist ein ETF – und warum eignet er sich für die Altersvorsorge?

ETF steht für Exchange Traded Fund – einen börsengehandelten Fonds. Statt in einzelne Aktien zu investieren, beteiligt man sich mit einem ETF gleichzeitig an hunderten oder tausenden Unternehmen weltweit. Das reduziert das Risiko erheblich, da Verluste einzelner Unternehmen weniger ins Gewicht fallen.

Besonders verbreitet sind breit gestreute Welt-ETFs wie der MSCI World oder der FTSE All-World, der zusätzlich Schwellenländer umfasst. Die Stiftung Warentest empfiehlt solche kostengünstigen und breit diversifizierten ETFs als sinnvolle Basisanlage für langfristige Ziele.

Index Region Enthaltene Aktien Besonderheit
MSCI World Industrieländer weltweit ca. 1.500 bis 1.600 Klassischer Einsteiger-ETF
FTSE All-World Welt inkl. Schwellenländer ca. 3.000+ Breiter aufgestellt
MSCI ACWI IMI Welt, alle Unternehmensgrößen ca. 8.000 bis 9.000 Sehr breite Marktabdeckung

Trade Republic, Scalable Capital und Co.: Was sind Neobroker?

Neobroker sind digitale Handelsplattformen, die den Zugang zur Geldanlage vereinfachen und günstiger machen als klassische Banken. Anbieter wie Trade Republic oder Scalable Capital ermöglichen es, Wertpapiere per App zu handeln.

Laut einer Analyse von Lemon Markets und Smartbroker, die sich auf Depotdaten der Deutschen Bundesbank stützt, wurden zwischen 2015 und 2024 rund 11,8 Millionen neue Wertpapierdepots in Deutschland eröffnet – getrieben vor allem von digitalen Anbietern.

Das Handelsblatt berichtete Anfang 2025, dass Trade Republic rund acht Millionen Kunden in Europa hat, davon etwa 5,3 Millionen in Deutschland. Dahinter folgen Scalable Capital, Smartbroker+ und weitere Anbieter.

Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) zeigt zudem, dass bereits fast jeder zweite Depotbesitzer in Deutschland Wertpapiere bei einem Neobroker hält.

Wie richtet man einen ETF-Sparplan ein?

Ein ETF-Sparplan lässt sich in wenigen Schritten einrichten: Nach der Depoteröffnung wählt man einen ETF aus, legt die Sparrate fest und bestimmt den Ausführungstermin – fertig.

Viele Anbieter ermöglichen Sparpläne bereits ab 25 Euro monatlich.

Wer eine detaillierte Anleitung sucht, findet diese direkt im Hilfebereich von Trade Republic sowie auf unabhängigen Plattformen wie justETF, einer ETF-Datenbank, oder Zendepot. Dort werden Auswahl, Einrichtung und Strategie verständlich erklärt.

Ein wichtiger Hinweis: Bei der ETF-Auswahl empfiehlt justETF, die ISIN zu nutzen – eine eindeutige Kennnummer, mit der sich Fonds sicher identifizieren lassen.

ETF-Sparplan: Monatlich oder wöchentlich einzahlen – was lohnt sich mehr?

Ob monatlich, wöchentlich oder in kürzeren Intervallen investiert wird, hat langfristig kaum Einfluss auf die Rendite. Darauf verweist unter anderem die ETF-Plattform easyfolio.

Wichtiger ist die Regelmäßigkeit. Unabhängige Ratgeber wie Finanztip und justETF empfehlen daher eine monatliche Ausführung – idealerweise direkt nach dem Gehaltseingang.

Thesaurierend oder ausschüttend – was ist der Unterschied?

Bei ETFs gibt es zwei Varianten: ausschüttend und thesaurierend. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden – also Gewinnanteile, die Unternehmen regelmäßig an ihre Anleger ausschütten – direkt auf das Konto aus. Gut für alle, die ein laufendes Nebeneinkommen wünschen. Thesaurierende ETFs dagegen legen diese Erträge automatisch wieder im Fonds an.

Für den langfristigen Vermögensaufbau gilt die thesaurierende Variante häufig als vorteilhaft. Die Stiftung Warentest verweist darauf, dass so der Zinseszinseffekt besser genutzt wird.

Was kostet ein ETF – und fallen Steuern an?

ETFs zählen zu den kostengünstigsten Anlageformen. Die laufenden Kosten (TER) liegen bei vielen Welt-ETFs unter 0,2 Prozent pro Jahr. Laut Stiftung Warentest sind aktiv gemanagte Fonds im Schnitt deutlich teurer – oft über ein Prozent jährlich – und schneiden langfristig häufig schlechter ab.

Auf Kapitalerträge fällt in Deutschland die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Finanztip weist darauf hin, dass Kapitalerträge bis 1.000 Euro jährlich durch den Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben. Für Aktien-ETFs gilt zudem eine Teilfreistellung von 30 Prozent.

Was bringt ein ETF-Sparplan in 20 oder 40 Jahren konkret?

Ein Vergleich macht den Effekt greifbar: Wer 200 Euro monatlich über 40 Jahre spart, erreicht ohne Rendite 96.000 Euro. Inflationsbereinigt entspricht das laut der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nur noch rund 43.000 Euro heutiger Kaufkraft.

Das Deutsche Aktieninstitut hat ausgewertet, dass Anleger, die über 20 Jahre in den MSCI World investiert haben, im Durchschnitt rund 8,6 Prozent Rendite pro Jahr erzielten. Finanztip empfiehlt für Planungen eine konservativere Annahme von etwa sechs Prozent.

Sparrate Laufzeit Eigener Einsatz ca. Endwert (6 %) ca. Endwert (8%)
100 € 20 Jahre 24.000 € 46.000 € 59.000 €
100 € 40 Jahre 48.000 € 196.000 € 349.000 €
200 € 20 Jahre 48.000 € 92.000 € 118.000 €
200 € 40 Jahre 96.000 € 392.000 € 698.000 €

Der entscheidende Faktor ist die Zeit: Je früher begonnen wird, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Gleichzeitig gilt: Diese Werte basieren auf historischen Daten und sind keine Garantie für die Zukunft.

Fazit: Ein ETF-Sparplan ist kein kurzfristiges Renditeinstrument, sondern eine langfristige Strategie. Er hilft, Inflation auszugleichen, Vermögen aufzubauen und die Lücke der gesetzlichen Rente zu schließen. Entscheidend ist weniger der perfekte Zeitpunkt – sondern ein früher und konsequenter Einstieg.

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