DAX auf Verlustkurs – jetzt kommen auch noch schlechte Wirtschaftsdaten
Wall Street feiert, DAX verliert – und nun kommen Zahlen, die zeigen: Der Iran-Krieg trifft Deutschland härter als bisher bekannt.
- DAX zur Mittagsstunde bei 24.033 Punkten – vierter Verlusttag in Folge droht, Ölpreis über 100 Dollar
- Analyst Markus Fugmann (Finanzmarktwelt) warnt vor Entkopplung von Aktien und Ölpreis als Risiko
- Marktbericht der Börse Stuttgart: : Bundesregierung senkt Wachstumsprognose auf 0,5 Prozent – Iran-Krieg als Hauptbelastung
Die US-Börsen legten am Mittwoch deutlich zu, während der DAX leicht im Minus schloss. Treiber in den USA waren starke Unternehmenszahlen, insbesondere aus dem Technologiesektor. Am Donnerstag dominiert ein schwaches konjunkturelles Bild: Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose gesenkt, der Ölpreis bleibt erhöht – und der DAX steht unter Druck.
Trump erhöht Druck auf Iran – Märkte reagieren nervös
Die geopolitische Lage verschärft sich. US-Präsident Donald Trump gibt dem Iran nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts, wie aus dpa-Berichten hervorgeht. Gleichzeitig könnte die Waffenruhe lediglich um drei bis fünf Tage verlängert werden. Vermittlerstaaten bemühen sich um neue Gespräche, möglicherweise noch vor dem Wochenende.
Die Situation bleibt angespannt: Beide Seiten signalisierten Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Kämpfe. Besonders kritisch ist die Lage rund um die Straße von Hormus – eine zentrale Ölroute. Der Iran hält an Gegenmaßnahmen fest, während die USA ihre Seeblockade aufrechterhalten. Experten sehen darin einen wirtschaftlichen Konflikt mit globalen Auswirkungen, wie die dpa berichtet.
Was Anleger heute bewegt
Marktanalyst Markus Fugmann von Finanzmarktwelt sieht ein zentrales Risiko in der aktuellen Marktentwicklung: Aktienkurse steigen trotz gleichzeitig steigender Ölpreise. Diese ungewöhnliche Entwicklung könnte laut Fugmann nicht dauerhaft Bestand haben.
Hinzu kommen strukturelle Risiken: Wichtige Rohstoffe für die Chipproduktion werden über die Straße von Hormus transportiert. Sollte die Blockade anhalten, könnten Lieferketten gestört werden. Neben der geopolitischen Lage bleibt damit auch die Versorgung der Industrie ein entscheidender Faktor für die Märkte.
Börse Stuttgart Marktbericht: Schwache Konjunkturdaten belasten den DAX zusätzlich
Der DAX notiert zur Mittagsstunde bei 24.033 Punkten und droht damit den vierten Verlusttag in Folge zu verbuchen. Auch andere europäische Indizes geben nach: Der MDAX verliert 1,7 Prozent, der Euro Stoxx 50 – ein Barometer der größten Unternehmen der Eurozone – 1,0 Prozent. Brent-Öl bleibt mit 103,60 US-Dollar je Barrel weiter über der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke.
Wie die Börse Stuttgart in ihrem täglichen Marktbericht einordnet, kommen zu den geopolitischen Belastungen nun auch schlechte Wirtschaftsnachrichten aus Deutschland hinzu. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent gesenkt und nennt den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus als Hauptgründe. Die sogenannten Einkaufsmanagerindizes – Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft, erhoben von S&P Global – fielen im April erstmals seit zehn Monaten unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Ein Wert darunter signalisiert, dass die Wirtschaft schrumpft statt zu wachsen. S&P-Ökonom Phil Smith sprach von einer Erholung, die durch den Krieg im Nahen Osten gestoppt worden sei.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung dar. Die genannten Kursdaten sind indikativ und können von offiziellen Börsenkursen abweichen. Bitte konsultieren Sie bei konkreten Anlageentscheidungen einen unabhängigen Finanzberater.
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