Die Bürkert-Stiftung investiert sowohl in punktuelle als auch in dauerhafte Projekte, im In- sowie im Ausland. Vor allem aber in der Nähe seiner Firmen-Standorte, die sich inzwischen rund um den Globus befinden. In Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg hat die Stiftung im Sommer 2024 ein Projekt zur Demokratie-Entwicklung an Schulen ins Leben gerufen. „Das ist uns ein großes Anliegen, gerade vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung“, sagt Gerhard Koch. Die Resonanz sei durchweg positiv, so dass schon über eine Ausweitung im nächsten Schuljahr nachgedacht wird.
Bedeutung von Dorothee Bürkert für das Unternehmen wird nach außen sichtbar
Nach dem Tod von Firmengründer Christian Bürkert hat seine Frau Dorothee das gleichnamige Unternehmen vier Jahrzehnte lang geprägt. Ihr Wirken würdigt nun der neue Name der Bürkert-Stiftung.

Operativ ist Dorothee Bürkert nie tätig gewesen. Und doch war die Frau von Firmengründer Christian Bürkert der Garant dafür, dass das gleichnamige Unternehmen mit Sitz in Ingelfingen in seiner Kultur bis heute erhalten geblieben ist. „Tante Dorle hat das Unternehmen vier Jahrzehnte geprägt“, sagt Großnichte Mariana Dierolf.
Vor allem aber habe die 2012 verstorbene Dorothee Bürkert den Wunsch ihres Mannes umgesetzt. Schon früh hatte sich Christian Bürkert mit der Überlegung befasst, das von ihm 1946 gegründete Unternehmen ähnlich wie Robert Bosch und Carl Zeiss in eine Stiftung einzubringen. Doch dazu kam der Erfinder nicht mehr: Bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 1971 verlor er sein Leben.
Dorothee Bürkert: Familienmensch durch und durch
Damit die Unternehmensbeteiligung dauerhaft der Bürkert-Gruppe dient und die ausgeschütteten Erträge der Allgemeinheit zugutekommen, gründete seine Frau 1978 die „Christian Bürkert Stiftung“. Mit Blick auf die Zukunft und dem Ziel, die Stiftungsorganisation weiterzuentwickeln, haben die Kuratoren im vergangenen Jahr die „Christian und Dorothee Bürkert Stiftung“ errichtet – würdigen damit auch das Wirken von Dorothee Bürkert.
„Dorothee Bürkert war das soziale Gewissen des Unternehmens.“
Gerhard Koch
„Sie war eine bescheidene Frau, ein Familienmensch durch und durch“, sagt Mariana Dierolf, die mit Anerkennung der Stiftung zum 31. Oktober 2024 zur Vorständin bestellt wurde. Während die 41-jährige Mutter von drei Kindern „Tante Dorle“ vor allem im familiären Umfeld kannte, hatte ihr Stellvertreter Gerhard Koch Dorothee Bürkert in seinen elf Jahren als Geschäftsführer auch im Unternehmen erlebt. „Sie hat das Miteinander geprägt“, sagt er.
Primär ging es um einen Wechsel der Rechtsform
In Erinnerung geblieben ist ihm auch eine Mahnung ans Management. „Sollte uns in Krisenzeiten je einfallen, aus Kostengründen in Billiglohnländer zu gehen, dann würden nicht Mitarbeiter entlassen, sondern das Management“, berichtet Gerhard Koch, heute 73, von einer früheren Begegnung. „Dorothee Bürkert war das soziale Gewissen des Unternehmens.“ Deshalb ergriffen die Kuratoren nun die Chance, auch ihre Bedeutung für die Gruppe namentlich zu würdigen.
Primär ging es aber um einen Wechsel der Rechtsform, von der bisherigen gemeinnützigen GmbH hin zu einer klassischen Stiftung bürgerlichen Rechts. Das bringe auch Veränderungen in der Arbeit mit sich, mit dem neuen Stiftungsrat gibt es nun auch eine Kontrollinstanz. „Das macht die Arbeit formaler“, sagt Gerhard Koch. An den Inhalten der Stiftung aber ändere weder der Wechsel der Rechtsform noch des Namens etwas.
Bürkert-Stiftung fördert soziale Projekte und die Bildung junger Menschen
Unterstützt werden soziale Projekte und vor allem die Bildung junger Menschen. An mehreren Universitäten und Hochschulen vergibt die Stiftung im Namen von Christian und nun Dorothee Bürkert mehr als 100 Stipendien – jedoch nicht ganz uneigennützig, wie Gerhard Koch gesteht. Neben der Unterstützung von Studenten geht es auch darum, „den Namen und das Unternehmen Bürkert öffentlich zu machen“. Vielen Menschen ist Bürkert kein Begriff.
Peu à peu wird die neue Stiftung die vielfältigen Förderaktivitäten der Christian Bürkert Stiftung übernehmen, die Ende 2025 aufgelöst wird. Rund 600.000 Euro jährlich hat diese für verschiedenste Projekt ausgeschüttet, spendet jedes Jahr auch großzügig für die Leserhilfsaktion „Menschen in Not“ der Heilbronner Stimme. „Ziel ist, die Stiftung auszuweiten und das Volumen zu erhöhen“, sagt Mariana Dierolf. Dafür habe die alte Stiftung ihrer Nachfolgerin einen Grundstock von drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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