Zulieferer aus der Region auf der IAA
Frankfurt - Die IAA ist eine Automesse. Neben spektakulären neuen Modellen werden in Frankfurt aber auch jedenfalls äußerlich weniger spektakuläre Dinge gezeigt wie Kolben, Getriebe oder Elektronikkomponenten, die sich gemeinhin unter der Motorhaube finden.
Frankfurt - Die IAA ist eine Automesse. Neben spektakulären neuen Modellen werden in Frankfurt aber auch jedenfalls äußerlich weniger spektakuläre Dinge gezeigt wie Kolben, Getriebe oder Elektronikkomponenten, die sich gemeinhin unter der Motorhaube finden. Die IAA ist nämlich auch eine Zulieferermesse. Aus der Region mit eigenen Ständen vertreten sind unter anderem Kolbenschmidt, Getrag und Bosch.
Kolbenschmidt
Für die erste Überraschung gut ist Kolbenschmidt: Über dem neu gestalteten Messestand prangen die vier Buchstaben KSPG. So heißt die Konzernholding jetzt. Nicht nur den für Amerikaner und Asiaten kaum aussprechbaren Doppelnamen Kolbenschmidt-Pierburg haben die Neckarsulmer abgelegt, sondern auch das stilisierte R, das die Düsseldorfer Muttergesellschaft Rheinmetall symbolisiert.
Ob das etwas mit dem angedachten Börsengang zu tun hat? Vorstandschef Gerd Kleinert verneint: "In den vergangenen Jahren hat sich die zunehmende Notwendigkeit abgezeichnet." Intern sei die um die Branchenbezeichnung Automotive ergänzte Abkürzung schon länger im Gebrauch. Die IAA sei der Anlass gewesen für den Namenswechsel.
Was das Börsenthema angeht, ist Kleinert einsilbig. Seit der Ankündigung von Ende Juli hat sich das Kapitalmarktklima zwar so extrem verschlechtert, dass ein schneller Verkauf der KSPG-Aktien unwahrscheinlich ist. Dennoch lautet die Sprachregelung der Rheinmetall-Tochter unverändert: "Wir prüfen."
In der Fachwelt erregt die Neckarsulmer KSPG AG viel Aufmerksamkeit mit ihrem Range Extender, einem kleinen Zweizylindermotor, der einen Stromgenerator für Elektroautos antreibt − und damit für den Kolbenhersteller eine wichtige Brücke in die automobile Zukunft schlägt.
Getrag
Direkt neben KSPG steht auf dem Getrag-Stand ebenfalls ein Range Extender. Auch der Untergruppenbacher Getriebebauer will in diesem neuen Geschäftsfeld punkten. In seiner Pressekonferenz erklärt Konzernchef Mihir Kotecha die strategische Neuausrichtung des Konzerns. "Das Umfeld bleibt extrem volatil, deswegen ist Wachstum ein riskantes Geschäft", sagt er. Und betont, dass die Untergruppenbacher ein verstärktes Augenmerk auf das Risikomanagement legen werden. "Wir müssen uns auf unser Kerngeschäft konzentrieren." Und die Komplexität verringern. Unter anderem deswegen habe Getrag das Achsengeschäft verkauft. Trotzdem geht Kotecha von einer Verdopplung des Umsatzes bis 2015 aus. Dafür müsse das Unternehmen etwa eine Milliarde Euro investieren.
Inhaber Tobias Hagenmeyer hört im Hintergrund zu, als Kotecha die durch Bestellungen unterlegte Umsatzprognose für die kommenden Jahre zeigt. "Das sind ziemlich gute Aussichten", sagt der Konzernchef. Zumal das Kerngeschäft mit Handschaltgetrieben entgegen früherer Annahmen weiter wächst. China spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Entsprechend sagt er: "Wir gehen nach Osten, um den Westen zu gewinnen."
Bosch
Am anderen Ende der Halle 8 steht der Bosch-Stand. "Auf der IAA werden alle wichtigen Zukunftsthemen diskutiert", sagt Thomas Knoll: Auch er geht nicht davon aus, dass Elektro-Autos vor 2025 auf dem Markt eine zentrale Rolle spielen werden. Und doch arbeitet auch Bosch unter anderem in Abstatt an diesen Themen. Der Hauptreferent in der Unternehmenskommunikation schätzt, dass alleine aus Abstatt mindestens 100 Bosch"ler auf der IAA unterwegs sein werden.
Auch die Politik spielt in Frankfurt eine wichtige Rolle: Gestern war Kanzlerin Angela Merkel zu Gast bei Bosch auf der IAA, für heute hat sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann angesagt, der sicher auch bei Audi ein Auge auf die A2-Studie werfen wird, die in Neckarsulm gebaut werden könnte.
Für einen Rundgang durch die bunte Glitzerwelt der Messe hatten viele Vertreter der Zulieferer bisher keine Zeit. Aber die IAA dauert ja noch bis zum 25. September.
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