Würth mausert sich zur Größe im Elektrogroßhandel
Mehr als zehn Prozent des Würth-Konzerumsatzes stammt aus dieser Branche. Mehrere Übernahmen stärkt die Marktposition in Osteuropa.

Fette Schlagzeilen hat Würth mit dem Elektrogroßhandel bisher vor allem 1999 gemacht, als die Hohenloher durch die Übernahme von Uni-Elektro die fürs Jahr 2000 anvisierte zehnte D-Mark-Umsatzmilliarde in die Bücher holten.
Mehrere kleine Zukäufe gab es seither und nach anfänglichen Schwierigkeiten auch organisches Wachstum. Der Markt ist unverändert geprägt durch viele zu Einkaufsgemeinschaften zusammengeschlossene Mittelständer wie in der Region Eberhard, Löffelhardt oder Fischer-Zander sowie zwei global aktive Großkonzerne. Rexel, der in Deutschland als Hagemeyer auftritt, und Marktführer Sonepar kommen beide aus Frankreich.
Von Rexel hat die intern als W.EG abgekürzte Würth-Elektrogroßhandelssparte nun den Geschäftsbetrieb in den baltischen Staaten, Polen und der Slowakei übernommen. Etwa 520 Rexel-Mitarbeiter erwirtschafteten dort im vergangenen Jahr in 60 Filialen einen Umsatz von 146 Millionen Euro. Zum Ergebnis sagt Würth nichts, in der Branche geht man aber davon aus, dass Rexel defizitäre Gesellschaften abstößt.
In Tschechien hatte Würth bereits vergangenes Jahr einen Elektrogroßhändler übernommen, in Italien vereinbarten sie eine strategische Partnerschaft. Organisch und durch diese Zukäufe hat Würth den Umsatz um etwa 20 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro gesteigert, was gut zehn Prozent des Konzernumsatzes entspricht.
2014 hatte Würth im Elektrogroßhandel erstmals die Euro-Umsatzmilliarde übersprungen. Der Fokus der Würth-Spitze bleibt auf diesem Markt: "Für den Elektrogroßhandel innerhalb der Würth-Gruppe hat dieser Zukauf strategische Bedeutung", sagt Konzernchef Robert Friedmann.
In Deutschland liegt der Würth-Marktanteil aktuell bei zehn Prozent. Marktführer Sonepar kommt auf knapp 30 Prozent, die Einkaufsgemeinschaft Mitegro (Eberhard, Fischer-Zander) auf gut 15 Prozent.
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