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Güglingen

Weber-Hydraulik verkauft weitere drei Werke

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Das Güglinger Unternehmen trennt sich von Produktionsstandorten in Nordamerika und in Hausach. Seit August besteht die Geschäftsführung bei Weber-Hydraulik aus drei Personen.

Von Jürgen Paul
Ein Mitarbeiter des Stammwerks von Weber-Hydraulik in Güglingen. Das Unternehmen kommt bei seiner Restrukturierung voran.
Foto: Weber-Hydraulik
Ein Mitarbeiter des Stammwerks von Weber-Hydraulik in Güglingen. Das Unternehmen kommt bei seiner Restrukturierung voran. Foto: Weber-Hydraulik

Weber-Hydraulik treibt seinen Restrukturierungskurs voran. Wie das Unternehmen der Heilbronner Stimme mitteilte, wurden die beiden nordamerikanischen Hyco-Werke und der Standort Hausach verkauft,

Gescheiterter Expansionskurs

Käufer der beiden Werke in St. Wenzel (Kanada) und Arab (USA) ist die Montanhydraulik GmbH aus dem nordrheinwestfälischen Holzwickede. Zum Kaufpreis machte Weber keine Angaben. Hyco fertigt an den beiden Standorten mit rund 200 Mitarbeitern eine große Palette an Stab- und Teleskopzylindern für diverse Industriekunden.

Weber-Hydraulik hatte Hyco im Jahr 2011 übernommen und wollte damit eine breite internationale Präsenz sicherstellen. Doch der extreme Wettbewerbsdruck und Auslastungsprobleme haben dazu geführt, dass sich die großen Erwartungen der Güglinger nicht erfüllten.

Radikale Schritte

Im Zuge der im April verkündeten Restrukturierung (wir berichteten) streicht die Weber-Geschäftsführung die internationalen Aktivitäten zusammen. Auch die Werke in Indien mit 60 Mitarbeitern und in Brasilien mit 300 Mitarbeitern wurden bereits verkauft.

Sennebogen übernimmt Hausacher Werk

Auch vom Werk in Hausach im Schwarzwald, das die Güglinger damals mit dem Hyco-Kauf übernommen hatten, trennte sich das Unternehmen. Die unter Hengstler Hydraulik firmierende Tochter produziert mit 120 Mitarbeitern Großzylinder für die Baumaschinenindustrie. Neuer Mehrheitseigentümer ist der Maschinenbauer Sennebogen aus Straubing, der zugesagt hat, alle Mitarbeiter zu übernehmen.

Weber-Hydraulik-Geschäftsführer Reinhard Pfendtner zeigte sich zufrieden mit den Verkäufen der drei Standorte. "Damit sind wir mit unserer Restrukturierung einen wichtigen Schritt vorangekommen", sagte er. Und auch auf Bankenseite sorgten die Veräußerungen für Ruhe.

Hoher Auftragsbestand

Wie berichtet fallen in der Weber-Zentrale in Güglingen 171 Arbeitsplätze weg, so dass nach Ende der Restrukturierung dort noch 483 Mitarbeiter tätig sein sollen. In einem Ergänzungstarifvertrag wurden zudem Kürzungen bei Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie die Verschiebung tariflicher Lohnerhöhungen vereinbart. Auch die Verlagerung der Produktion einfacher Hydraulikzylinder nach Polen ist Bestandteil des Sparprogramms.

Aufgrund des "sehr hohen Auftragsbestandes" sei man die Verlagerung aber noch nicht angegangen, sagte Pfendtner. "Wir sind aktuell sehr gut ausgelastet", freut sich der Geschäftsführer. Nach verlustreichen Jahren soll das Familienunternehmen in diesem Jahr zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben.

Christiane Grotz in der Geschäftsführung

Seit August besteht die Geschäftsführung bei Weber-Hydraulik aus drei Personen. Neben Reinhard Pfendtner und dem kaufmännischen Geschäftsführer Christian Rösch ist mit Christine Grotz als geschäftsführender Gesellschafterin nun die Enkeltochter von Firmengründer Emil Weber in die Chefetage gewechselt.

 

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