Stimme+
Betroffene Standorte

VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall schließt vier Filialen und baut Geldautomaten ab

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Die VR-Bank schließt vier Niederlassungen – an Standorten in Heilbronn, Crailsheim und Schwäbisch Hall. Viele Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker gehören bald der Vergangenheit an.

Die VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall dünnt ihr Filialnetz aus und baut zahlreiche Geldautomaten ab.
Die VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall dünnt ihr Filialnetz aus und baut zahlreiche Geldautomaten ab.  Foto: dpa (Symbolfotos), Montage: Stimme.de

Die VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall reagiert auf das veränderte Kundenverhalten und erhöhte Sicherheitsanforderungen bei Geldautomaten. Das Institut verkleinert sein Filialnetz und baut zahlreiche Geldautomaten ab. Das kündigte Vorstandsvorsitzender Eberhard Spies am Mittwoch in Schwäbisch Hall an.

"Es sind Anpassungen notwendig", sagt Spies. Immer weniger Kunden suchten noch eine Filiale auf. 37 Prozent der Bundesbürger hätten im vergangenen Jahr keine Bank von innen gesehen, zitierte der Vorstandschef eine Statistik. In Verbindung mit steigenden Kosten und tendenziell sinkenden Erträgen rechneten sich zahlreiche Filialen nicht mehr.

VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall schließt vier Standorte

Die VR-Bank wird daher bis Ende März 2024 vier Niederlassungen schließen. Betroffen sind die Standorte in der Stauferstraße in Schwäbisch Hall, am Berliner Platz in Crailsheim, in der Jagstheimer Hauptstraße in Crailsheim und in der Deutschritterstraße in Heilbronn-Kirchhausen.

Von diesen Filialen trennt sich die VR-Bank auch aus Sicherheitsgründen. Denn bei drei Niederlassungen befinden sich über dem Bankbereich mit Geldautomat Wohnungen. Angesichts der sich häufenden Sprengungen von Geldautomaten zieht die Bank hier die Reißleine. "Die Sicherheit der Menschen hat für uns oberste Priorität", betont Spies. Zudem würden Versicherungen für Gelautomaten immer teurer, der Aufwand für die Banken steige stetig. So sind nun alle Zugangstüren zu den SB-Bereichen alarmgesichert, die Innenräume werden infrarotüberwacht und die Automaten noch besser gegen Gewalteinwirkung geschützt. Spies kritisierte hier Forderungen der Politik, die teilweise gar nicht umsetzbar seien. So sei die Einführung von sogenannten Banknotenneutralisierungssytemen – die Banknoten werden bei einer Sprengung mit roter Farbe unbrauchbar gemacht – erst vor fünf Wochen von der Bundesbank genehmigt worden.

VR-Bank baut viele Geldautomaten ab

Auch hier zieht die VR-Bank Konsequenzen. Im laufenden Jahr wurde die Zahl der Geldautomaten von 82 auf 74 reduziert. Weitere Geldautomaten werden im nächsten Jahr abgebaut, unter anderem in der Fleiner Straße in Heilbronn und  in der Friedrichstraße in Heilbronn-Böckingen. "Rein wirtschaftlich betrachtet müssten wir 80 Prozent unserer Geldautomaten schließen", sagt Marco Beckbissinger, Vorstand für das Marktgebiet Heilbronn. Denn die Nutzung der Geldautomaten ist deutlich rückläufig. 43 Prozent aller Deutschen nutzen demnach nur noch einmal im Monat einen Geldautomaten.

Spies und Beckbissinger betonen, dass diese Schließungs- und Abbaumaßnahmen perspektivisch nicht ausreichen werden. "Auf Sicht wird sich das Filialnetz deutlich verkleinern", stellt Spies klar.

Künftig gibt es keine Kontoauszugsdrucker mehr

Verzichten müssen die Kunden der VR-Bank künftig auch auf Kontoauszugsdrucker. Bis Ende Juni schafft die Bank alle Geräte ab, alle Kunden erhalten dann ein kostenloses elektronisches Postfach und haben zudem die Möglichkeit, sich ihre Kontoauszüge per Post zusenden zu lassen. "Dieses Gerät ist überholt, die Nutzung hat drastisch nachgelassen" sagt Beckbissinger. Spies weist darauf hin, dass man mit der Abschaffung der Kontoauszugsdrucker 4,8 Millionen Blatt Papier pro Jahr einspare und damit die Umwelt schone.

Mit dem Geschäftsjahr 2023 ist der Vorstand zufrieden

Mit dem ablaufenden Geschäftsjahr zeigt sich der Vorstandsvorsitzende zufrieden. "Wir haben unsere Ziel weitestgehend erreicht", sagt Spies. Die Kundeneinlagen lägen etwas unter dem Vorjahresniveau, bei den Krediten verzeichnet die VR-Bank dagegen ein Wachstum von rund vier Prozent und damit mehr als geplant. "Wir haben insgesamt ein besseres Jahresergebnis erzielt als geplant", sagt Spies.

Die genauen Zahlen liegen erst Anfang 2024 vor. Der Ausblick fällt verhalten aus. "2024 wird schwieriger als 2023", sagt der Bankchef mit Blick auf die Konjunkturflaute. Größere Kreditausfälle erwartet er aber auch im kommenden Jahr nicht. Aber: "Das Geschäft wird zäher."

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben