Volksbank Beilstein-Ilsfeld-Abstatt mit starkem Jahr
Genossenschaftsbank trotz dem schwierigen Umfeld mit kräftigen Zuwächsen im Kundengeschäft. Vorstand bekennt sich zu Filialstandorten und regionaler Präsenz.

Die Volksbank Beilstein-Ilsfeld-Abstatt (BIA) ist gut durch ein bewegtes Jahr 2021 gekommen. "Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen sind wir sehr zufrieden", sagt Vorstand Gerhard Baumann. Alle relevanten Kennzahlen konnte die Volksbank zum Teil deutlich steigern. "Wir liegen weit über den Planzahlen, das hätten wir nie erwartet", sagt Baumanns Kollege Reiner Bölz.
Zuwächse bei den Kundeneinlagen und den Krediten
So hat das Institut seine Bilanzsumme im vergangenen Jahr um 13,3 Prozent auf 588 Millionen Euro gesteigert. Die bilanziellen Kundeneinlagen stiegen um 13,9 Prozent auf 440 Millionen Euro. Zählt man das Verbundgeschäft mit den genossenschaftlichen Partnern wie Union Investment oder der Bausparkasse Schwäbisch Hall hinzu, gab es bei den Einlagen sogar einen Zuwachs um 14,4 Prozent auf 723 Millionen Euro. Stark nachgefragt waren bei den Kunden angesichts der niedrigen Zinsen und steigender Inflation Wertpapiere.
Auch im Kreditgeschäft legte die Volksbank BIA kräftig zu. Die bilanziellen Kredite stiegen um 9,6 Prozent auf 336 Millionen Euro, mit den Verbundpartnern liegt das Plus bei 11,4 Prozent, so dass die betreuten Kredite nun 451 Millionen Euro betragen. Vor allem Baufinanzierungsdarlehen waren bei den Kunden gefragt, wie der Vorstand berichtet. 60 Millionen Euro hat das Institut hier im vergangenen Jahr neu zugesagt, das ist eine Steigerung um 28 Prozent. In der Immobilienvermittlung verzeichnete die Bank ein Rekordergebnis. "Das Problem ist eher, Objekte zu finden", sagt Baumann.
Provision- und Zinsergebnis sind gestiegen
Das starke Kundengeschäft spiegelt sich auch im Ergebnis wider. So ist das Provisonsergebnis um zehn Prozent auf 4,4 Millionen Euro gestiegen. Das Zinsergebnis kletterte um fünf Prozent auf 8,6 Millionen Euro. Für diesen Anstieg war vor allem eine Dividendenzahlung des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank verantwortlich, ordnet Bölz dieses Ergebnis ein. Unter dem Strich weist die Volksbank BIA für 2021 einen leicht gestiegenen Überschuss in Höhe von 718.000 Euro aus. Das Eigenkapital wurde um zwei Prozent auf 46,3 Millionen Euro erhöht.
Die 10.091 Mitglieder der Volksbank BIA sollen in Form einer Dividende von 2,5 Prozent am Erfolg des Instituts profitieren. "Damit liegen wir weiterhin über dem Schnitt der baden-württembergischen Volks- und Raiffeisenbanken", betont Baumann. Während die Mitgliederversammlungen coronabedingt erneut abgesagt werden mussten, hofft der Vorstand darauf, die Vertreterversammlung am 22. Juni in Präsenz abhalten zu können.

An ihren sechs Filialen in Beilstein, Ilsfeld, Abstatt, Auenstein, Gronau und Unterheinriet hält die Volksbank fest. "Die Beratung vor Ort wird von unseren Kunden weiterhin geschätzt", sagt Baumann. Gerade in Zeiten großer Unsicherheit wolle man ein verlässlicher Partner vor Ort sein. Aktuell beschäftigt das Institut 87 Mitarbeiter, das sind vier mehr als im Vorjahr.
An der Eigenständigkeit wird nicht gerüttelt
Für das laufende Jahr ist der Vorstand durchaus optimistisch. "Wir rechnen mit gutem Wachstum", sagt Reiner Bölz. Die Kosten habe man im Griff, Risikovorsorge spiele keine große Rolle. Beim Ergebnis werde man wohl etwas niedriger als im vergangenen Jahr abschließen. Sorgen bereitet der Volksbank vielmehr die ausufernden regulatorischen Anforderungen ans Bankgeschäft. Gerade für kleinere Banken seien die ständig neu hinzukommenden Regeln und Anforderungen eine enorme Belastung, sagt Baumann. Auch vor diesem Hintergrund suchten zuletzt immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken ihr Heil in größeren Einheiten. Für die Beilsteiner kommt eine Fusion derzeit aber nicht infrage. Als "kleines, wendiges Schnellboot" sei man flexibler als große Institute, betont Baumann. "Wir sind regional stark genug, um unsere Selbstständigkeit zu behalten", sagt auch Bölz.

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