Vier Betriebe fusionieren unter dem Dach der WG Löwenstein
Region - Gemeinsam stärker werden. Dieses Ziel verfolgen die Weingärtner in Löwenstein, Willsbach, Eberstadt und Eschenau. Nach der geglückten Fusion zur Winzergenossenschaft Löwenstein sind die Vorstände erleichtert.
Region - Gemeinsam stärker werden. Dieses Ziel verfolgen die Weingärtner in Löwenstein, Willsbach, Eberstadt und Eschenau. Nach der geglückten Fusion zur Winzergenossenschaft Löwenstein sind die Vorstände erleichtert. "Wichtig ist, dass das Ergebnis durch ist", sagt der Vorstandsvorsitzende Otto Freyer aus Löwenstein. 100 Prozent Ja-Stimmen in Eschenau, 98,6 in Eberstadt, 81,6 in Willsbach und 78,6 in Löwenstein machen aus vier Genossenschaften rückwirkend zum 1. Januar 2011 eine WG. Rund 800 Winzer bewirtschaften nun 450 Hektar Rebfläche.

Wachsender Kostendruck, Mitgliederschwund, großer Verwaltungsaufwand, mäßige Traubengeldauszahlungen: Unter diesen Vorgaben haben die Gremien, die seit 15 Jahren in der Vertriebsgemeinschaft zusammenarbeiten, seit Februar 2011 bei den Fusionsverhandlungen die Kräfte gebündelt. Aus allen vier Betrieben sind nach Freyers Angaben zwölf Mitarbeiter "in gegenseitigem Einvernehmen" ausgeschieden. Es bleiben insgesamt 35 Vollzeitbeschäftigte.

Vision
"Wir wollen zehn bis 15 Cent pro Liter bei den Kosten einsparen", nennt Freyer als Ziel. Seine Vision: 15 000 Euro Erlös pro Hektar für alle beteiligten Mitglieder. In der übernehmenden Winzergenossenschaft hat die Verwaltung ihren Sitz: Traubenannahme, Weinausbau, Abfüllung und Verkauf bleiben bestehen.
"Wir haben keinen Weinausbau mehr, die Kapazitäten werden verteilt", informiert Martin Keppler aus Willsbach − die Lese wird in Löwenstein und Eberstadt abgeliefert. Der frühere Willsbacher Vorstandschef ist im neuen Betrieb einer der drei beisitzenden Vorstände. Zusammen mit Jochen Stein aus Eberstadt und Michael Stettner aus Löwenstein. Vertrieb, Weinladen, Events und Marketing heißen in Willsbach die Säulen. Keppler erwartet nach der Fusion eine bessere finanzielle Situation. Es werde viel Geld gespart. Keppler spricht von einem großen Team.
"Es ist wichtig, dass wir stärker werden", unterstreicht Jochen Stein aus Eberstadt. Lager, Traubenannahme, Abfüllung und Veranstaltungen sind künftig unter dem Eberfürst angesiedelt. "Wir haben ein sehr geeignetes Gebäude", so Stein, besonders für Events aller Art. "Wir liefern nach Löwenstein ab", betont Michael Laukhuf aus Eschenau. Diese WG kehrt der WZG in Möglingen den Rücken. Die Privatkunden werden künftig den Eschenauer Wein in Löwenstein kaufen. "Weiler wollte mitmachen, aber der Zeitpunkt kam für die WG zu schnell", erklärt Freyer. Der Obersulmer Teilort bleibt noch mit 30 Hektar WZG-Vollablieferer.

Bereichsleiter
Vorerst gibt es keinen klassischen Geschäftsführer. Die jetzigen drei Stelleninhaber fungieren nun als Bereichsleiter. "Wir fühlen uns alle gut aufgehoben", meint dazu Silvia Schelle aus Willsbach, die als Bereichsleiterin auf Marketing und Öffentlichkeitsarbeit spezialisiert ist. Im Gegenzug sind die Vorstandsmitglieder viel stärker in die Unternehmensabläufe integriert und wollen auf kurzen Wegen Entscheidungen umsetzen.
180 Weine stehen zurzeit noch in den vier Verkaufslisten an den Standorten. Die Devise lautet für Martin Keppler aus Willsbach: "Das Sortiment bereinigen, aber nicht gute Weine streichen." Der Löwensteiner Vorstandschef Freyer präzisiert es so: "Wenn ein Produkt kommt, müssen zwei gehen."
Stimme.de
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