Stellenabbau beim Batteriehersteller Varta – Welche Jobs es trifft
Der kriselnde Batteriehersteller Varta aus Ellwangen baut Stellen ab. Aktionärsschützer kündigen erbitterten Widerstand gegen ihre Ausbootung an. Was das Sanierungskonzept vorsieht.
Beim ums Überleben kämpfenden Batteriehersteller Varta wird es zu einem Stellenabbau kommen. Das kündigte Vorstandschef Michael Ostermann an. "Varta muss schneller werden, wir müssen schlanker, effizienter und sparsamer werden", sagt Ostermann der "Börsen-Zeitung". Standortschließungen in Deutschland schloss er jedoch aus - "es sei denn, es kommt zu einer Komplettkatastrophe".
Der Varta-Chef betonte am Dienstag, man müsse prüfen, ob alle internen Prozesse wirklich notwendig seien, "ob sie Mehrwert bringen und ob der Kunde bereit ist, dafür zu zahlen". Jobs sollen laut Ostermann nur in der Verwaltung und in Abteilungen gestrichen werden, die nicht die Produktion betreffen. In diesen Bereichen seien 1700 der rund 4000 Varta-Mitarbeiter beschäftigt. Genaue Zahlen konnte der Vorstandschef der "Börsen-Zeitung" nicht nennen, da das Sanierungsgutachten noch nicht final vorliege. Varta habe in Deutschland drei hocheffiziente Werke in Ellwangen, Nördlingen und Dischingen mit hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern. "Das ist gut so, daran halten wir fest", sagte Ostermann.
Batteriehersteller Varta aus Ellwangen präsentiert Sanierungskonzept
Am Wochenende präsentierte der kriselnde Batteriehersteller ein Sanierungskonzept. Es sieht neben einem Schuldenschnitt die Verlängerung von Krediten vor, wodurch die Schulden von Varta von fast einer halben Milliarde Euro auf 200 Millionen Euro gesenkt werden sollen. Das Grundkapital der börsennotierten Varta AG soll auf null Euro herabgesetzt werden. Das würde bedeuten, dass die bisherigen Aktionäre ohne Kompensation ausscheiden und das Unternehmen seine Börsennotierung verliert.
Gegen diesen Schritt haben Aktionärsschützer bereits Widerstand angekündigt. Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte NTV: "Es gibt noch gar keine vollendeten Tatsachen, solange noch kein Restrukturierungsplan beim Gericht vorliegt." Varta hatte im Juli beim Amtsgericht Stuttgart ein vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren angemeldet. Nieding sagte, man sei in ergebnisoffenen Gesprächen mit Vertretern von Varta, und um eine konsensuale Lösung bemüht. Das erste Ziel sei, dass die Aktionäre an der Kapitalerhöhung teilhaben können und nicht einfach ausgeschlossen werden.
Porsche spielt bei der Sanierung von Varta wichtige Rolle
Neben einer Firma des Mehrheitseigners Michael Tojner soll der Sportwagenbauer Porsche bei Varta mit jeweils 30 Millionen Euro einsteigen. Von den Gläubigern sollen weitere 60 Millionen als Darlehen kommen. Damit will sich Varta das Überleben bis Ende 2027 sichern. Die Anfänge des Unternehmens reichen bis 1887 zurück. Die Anfangsbuchstaben Varta stehen für "Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren."
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