Das sind die größten Hersteller von E-Autos im Jahr 2023
2023 war beim Absatz von E-Autos ein Rekordjahr. Größter Markt ist China – Hersteller von dort landen in der Statistik auf Spitzenplätzen. Doch auch deutsche Autobauer wie Audi haben große Pläne.
Im vergangenen Jahr stieg der Absatz vollelektrischer Pkw weltweit um 29 Prozent auf rund neun Millionen Fahrzeuge. Der größte Einzelmarkt ist China mit 5,1 Millionen Stromern. Dahinter liegen Europa (zwei Millionen Autos) und die USA mit 1,2 Millionen Einheiten. Auch in der Region Heilbronn ist es zu Zuwächsen gekommen.
„Der Absatz vollelektrischer Automobile erreicht im Gesamtjahr 2023 trotz hoher Inflation, schwacher Konjunktur und geopolitischer Krisen einen neuen Rekordwert“, sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. „Im laufenden Jahr rechnen wir mit einem Wachstum der Elektro-Pkw auf elf Millionen Fahrzeuge.“
Tesla beim Absatz von E-Autos an der Spitze – BYD legt deutlich zu
An der Spitze der absatzstärksten Hersteller hat sich 2023 erneut Elektroauto-Pionier Tesla behauptet. Der US-Hersteller hat weltweit 1,809 Millionen E-Autos verkauft. Mit einem starken vierten Quartal hat BYD aus China mit insgesamt 1,575 Millionen Einheiten den Abstand verkürzt. Mit deutlichem Abstand belegt der VW-Konzern mit 770.000 Stromern Platz drei.
Auf den Plätzen vier bis sechs folgen mit SAIC, Geely und GAC drei chinesische Hersteller. „China und chinesische Hersteller dominieren neben Tesla bereits heute den Weltmarkt“, sagt Stefan Bratzel. „Vor allem BYD und Tesla profitieren immer mehr von Skaleneffekten und ihrer im Wettbewerbsvergleich sehr guten Kostenposition.“
Die Reduzierung der Kosten entlang der elektromobilen Wertschöpfungskette werde ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Hersteller, da für das Jahr 2024 mit einer Intensivierung des Preiskampfes gerechnet werden muss. Dies sei gerade für die deutschen Hersteller eine große Herausforderung bei der Ausweitung ihres Produktportfolios.
Audi mit zwei wichtigen Neuheiten bei E-Autos
Audi hat im vergangenen Jahr 178.000 E-Autos ausgeliefert – ein Plus von 51 Prozent. Der Anteil am Gesamtabsatz liegt damit bei 9,4 Prozent. Nach Informationen der Heilbronner Stimme soll der Wert bis 2025 auf 15 Prozent steigen. Aktuell besteht das Modellprogramm rein elektrischer Fahrzeuge aus dem Q4 E-Tron, Q8 E-Tron und dem E-Tron GT der Audi Sport GmbH. Der dynamische Viertürer wird am Standort Böllinger Höfe in Heilbronn produziert und erhält in diesem Jahr eine Überarbeitung.
Wichtigste Neuheit ist das Elektro-SUV Q6 E-Tron. Die neue Baureihe wird Ende des ersten Quartals vorgestellt und kommt im Sommer in den Handel. Geplant sind ein normales SUV und ein SUV-Coupé. Mit dem RS Q6 E-Tron bringt die Tochter Audi Sport GmbH aus Neckarsulm in der zweiten Jahreshälfte ihr erstes vollelektrisches SUV auf den Markt. Im Sommer 2024 wird der ebenfalls vollelektrische A6 E-Tron vorgestellt. Ihn wird es als Limousine und Avant sowie ebenfalls als besonders dynamisches RS-Modell geben.
Audi verspricht mehr als 600 Kilometer Reichweite
"Mit dem Audi Q6 E-Tron führen wir die neue Premium-Plattform Electric (PPE) ein", sagt Technik-Vorstand Oliver Hoffmann. Die hat das Unternehmen mit den vier Ringen zusammen mit der Konzernschwester Porsche entwickelt. Bei den Zuffenhausenern kommt sie beim Schwestermodell Macan zum Einsatz. Geladen werden kann mit der schnellen 800-Volt-Technik, die maximal 270 kW Ladeleistung ermöglicht. In weniger als einer halben Stunde soll das Akkupaket im Unterboden des Elektro-SUVs von fünf auf 80 Prozent erstarken und mehr als 600 Kilometer mit dem rund 100 kWh fassenden Akku weit kommen. Auf Basis der PPE startet auch der A6 E-Tron.
2027 folgt der A4 E-Tron für die gehobene Mittelklasse, zudem werden dann in Neckarsulm zwei luxuriöse E-Autos als Nachfolger des A8 produziert. Mehr noch: „Mit einem Auto in Größe des heutigen A3 bringen wir in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ein Einstiegsmodell in die vollelektrische Welt von Audi", so Technik-Vorstand Hoffmann.
Newcomer haben es schwer auf dem Markt
„Für die unzähligen Newcomer-Marken schlägt angesichts hoher Kapitalzinsen und fordernder Wettbewerbsbedingungen allmählich die Stunde der Wahrheit“, sagt Stefan Bratzel vom CAM. „Gelingt es ihnen mittelfristig nicht, Skaleneffekte zu realisieren und ausreichend Investorengelder zu akquirieren, dann droht hier auf absehbare Zeit eine Insolvenzwelle.“
Die deutschen Premiumhersteller BMW und Mercedes-Benz weisen fürs vergangene Jahr ein hohes Wachstum von rein elektrischen Fahrzeugen auf und kommen weltweit gesehen auf die Plätze acht und zehn. Während BMW 376.000 Stromer abgesetzt hat (+ 74 Prozent), erreicht Mercedes rund 250.000 vollelektrische Pkw-Auslieferungen - ein Zuwachs um 88 Prozent.
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