SAP des Odenwalds: MPDV feiert 40 Jahre
Das Spezialsoftware-Unternehmen aus Mosbach feiert Jubiläum. Mit dem Schwerpunkt Produktionsdaten-Auswertung wächst es zurzeit besonders stark. Ein gerade erst eingeweihter Anbau ist schon wieder gut gefüllt.

Einen kleinen Nachteil, sagt Geschäftsführer Jürgen Kletti, habe seine Firma ja: "Die vier Buchstaben sind schon recht sperrig als Firmenname. Aber da der bald schon überall verwendet wurde und überall draufsteht, kommen wir aus der Nummer nicht mehr raus." Es ist diese Prise Ironie, die sich durch den ganzen Abend zieht. Das Mosbacher Spezialsoftwarehaus feierte am Freitag nicht nur sein 40-jähriges Bestehen, sondern auch die Einweihung des dritten Neubaus auf dem Firmengelände direkt an der B27. Mit Pop- und Rockmusik der 70er und 80er, mit einer Zauberin, mit einem launischen Rückblick und knackig-humorvollen Grußworten.
Start als Ingenieurbüro
Angefangen, erinnerte Kletti, hatte alles einst mit Jürgen Kletti, der sich mitten in der Anfangsphase des IT-Zeitalters als Informatik-Ingenieur selbstständig machte und seinen Freund Hans Götz mit ins Boot nahm. Erster Firmensitz war eine Dachgeschosswohnung in Elztal-Dallau. "Es war eher Löten angesagt als Programmieren", berichtete Kletti. Das Ingenieurbüro beschäftigte sich zunächst mit Mikroprozessoren und deren Anwendung.

Bis dann Ende der 80er Jahre die industrielle Datenerfassung aufkam und zum zentralen Geschäftsfeld wurde. Daraus entstand im laufe der 90er Jahre der Bereich MES und die eigene Software Hydra - und das rasante Wachstum nahm seinen Lauf. Heute betreibt MPDV Standorte in Hamm, Heidelberg, Stuttgart und München, außerdem in der Schweiz, in den USA, in Singapur und in China. Die Mitarbeiterzahl ist auf knapp 350 angewachsen, davon etwa 180 am Stammsitz - und aktuell sind mehr als zwei Dutzend freie Stellen ausgeschrieben. Und der Umsatz betrug vergangenes Jahr etwa 47 Millionen Euro. Inzwischen wird das Unternehmen von Jürgen Kletti und seinem Bruder Wolfhard Kletti geleitet, nachdem Hans Götz zu Jahresbeginn in den Ruhestand ging.
Hohe Investition
Das Wachstum bei den Mosbachern geht jedenfalls weiter. Der Neubau für 7,5 Millionen Euro sei ursprünglich großzügig angelegt worden, um Reserve für die nächsten Jahre zu schaffen, sagte Jürgen Kletti. "Wir müssen allerdings feststellen, dass wir inzwischen schon sehr viel von diesem neuen Platz in Verwendung haben." Insgesamt wurden 2500 Quadratmeter Flächen geschaffen, was nahezu eine Verdopplung bedeutete. MPDV ist seit 20 Jahren im Stadtteil Diedesheim ansässig, vor 15 Jahren wurde schon einmal angebaut. Diese drei Bauten werden nun nach den drei Buchstaben des Geschäftsschwerpunkts benannt, kündigte er an - also M, E und S. "Damit erklären sich die merkwürdigen Kürzel an den Türschildern."
Ausblick
Für die nächsten Jahre ist der Geschäftsführer sehr optimistisch: "Ohne MES kann man die Digitalisierung in Industriebetrieben vergessen", ist er sich sicher. "Die Funktionalitäten, die wir bieten, werden notwendig sein." Gerade erst sei ja MIP eingeführt worden, die Manufacturing Integration Platform. "Damit", so Kletti, "sind wir wieder federführend."
Stimme.de
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