Salzwerke: Mehr Streusalz, aber sonst Minus
Heilbronn - Schnee und Eiseskälte kurbeln derzeit den Streusalz-Verkauf bei den Südwestdeutschen Salzwerken an. Doch auf der anderen Seite ist der Absatz beim Industriesalz um 25 Prozent eingebrochen, berichtet Vorstandssprecher Ekkehard Schneider: Seit Mitte November sei der Rückgang deutlich zu spüren.

Die Salzwerke denken daher vorsorglich darüber nach, geplante Investitionen zu verschieben. Dazu gehört unter anderem der Kauf eines dritten Abbaugeräts namens Continuous Miner (Foto: HSt/Archiv) sowie die Sanierung des Besucherbergwerks Kochendorf. Falls das Geschäft weiter zurückgehe, werde dessen Wiedereröffnung womöglich um ein bis zwei Jahre nach hinten geschoben, sagte Schneider. Allerdings falle diese Entscheidung erst in einer Aufsichtsratssitzung im kommenden Herbst, wenn es um den Investitionsplan für das nächste Jahr geht. Der denkmalgeschützte öffentliche Teil der Grube soll modernisiert und nach derzeitigen Planungen 2010 wieder zugänglich sein.
Autokrise zeigt Folgen
Der Absatz bei Industriesalz, das vor allem an chemische Fabriken geliefert wird, ist seit November um 25 Prozent zurückgegangen, berichtete der Vorstandssprecher. Vor allem die kunststoffverarbeitende Industrie nehme weniger Material ab, da auch sie von der Flaute der Autouindustrie betroffen sei. Steinsalz ist hier ein Rohstoff etwa für PVC. Normalerweise werden von den Salzwerken pro Jahr etwa 1,5 Millionen Tonnen Salz in diesem Segment verkauft, bei gleichbleibenden Mengen würden in diesem Jahr nur 1,1 Millionen Tonnen erreicht, sagte Schneider. Das Bergwerk Heilbronn fördert pro Jahr knapp drei Millionen Tonnen Steinsalz.
Noch keine Schlangen
Besser sieht es beim Streusalz aus: Durch die Schneefälle und die Frostperiode der vergangenen Woche seien die Vorräte, die in manchen Kommunen seit 2007 gelagert sind, bald aufgebraucht, sagte Schneider. Noch gebe es aber keine Lastwagen-Schlangen und keine Wartezeiten in Heilbronn. „Unsere Kunden haben ihre Bestellungen rechtzeitig platziert. Sie sind da inzwischen wesentlich weitsichtiger. Es war aufgrund der Wettervorhersage ja aber auch planbar, dass Salz benötigt wird.“ Engpässe? Auch das ist noch kein Thema in Heilbronn. Schneider: „Wenn das Wetter noch drei Wochen so weitergeht, sind unsere Außenlager leer. Aber Panik braucht niemand zu haben.“
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Kommentare
Peter Henschel am 09.01.2009 18:17 Uhr
Im Gegensatz zur Meldung von SWR-Frankenradio wird hier dieser Zusammenhang nicht mehr veröffentlicht.
Derzeit sind gerade Investitionen in die Zukunft wichtig. Dies geschieht nun bei Südsalz auch unter den zusätzlichen Belastungen des Bußgeldes in Höhe von 15,6 Mio. Euro.
Dies wäre vermeidbar gewesen, wenn auch Preisabsprachen erstmal verzichtet hätte und wenn dann schon hätte dies man abwenden können mittels Selbstanzeige.
Hierbei nicht erwähnt, dass wir als Salzkunden nicht nur zuviel bezahlt haben sondern nun die Stadt und das Land als Eigentümer Millionen von Lasten zu tragen hat.
Von den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen etwaige Verantwortlichen hört und liest man nichts mehr.
Man will also offensichtlich einfach zur Tagesordnung über gehen!