Salzwerke-Aktionäre sollen Dividende auf Pump erhalten

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Heilbronn - Das kommt nicht oft vor: Der Konzern verzeichnet einen herben Verlust, doch der Vorstand plant trotzdem, seine Aktionäre kräftig zu entlohnen. 5,1 Millionen Euro beträgt der Fehlbetrag, den die Südwestdeutschen Salzwerke (SWS) für das Geschäftsjahr 2008 hinnehmen müssen.

Von Werner Tewes


Heilbronn - Das kommt nicht oft vor: Der Konzern verzeichnet einen herben Verlust, doch der Vorstand plant trotzdem, seine Aktionäre kräftig zu entlohnen. 5,1 Millionen Euro beträgt der Fehlbetrag, den die Südwestdeutschen Salzwerke (SWS) für das Geschäftsjahr 2008 hinnehmen müssen. Dennoch sollen rund 4,7 Millionen Euro an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Mit 45 Cent je Aktie soll die Dividende nur fünf Cent unter dem Vorjahreswert liegen.

Kurzfristig ausgleichen

Man komme wohl nicht darum herum, die Dividende mithilfe von Krediten zu finanzieren, räumt Vorstandschef Ekkehard Schneider bei der Bilanzpressekonferenz in Heilbronn ein. Freilich: Der Vorstand ist fest davon überzeugt, dass „spätestens in zwei Jahren das Geld wieder eingefahren ist“. Für das millionenschwere Minus ist nämlich in erster Linie die 15,6-Millionen-Euro-Kartellbuße verantwortlich, zu der die Salzwerke im vergangenen Jahr wegen Preisabsprachen ihrer Vertriebstochter Südsalz mit der Münchener Wacker AG verdonnert worden ist.

Schneider spricht deshalb auch von einem insgesamt „zufriedenstellenden Jahr“ 2008. Immerhin hat der Konzern seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 15,1 Millionen Euro auf 237 Millionen Euro steigern können. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und auch Sondereinflüssen - wie zum Beispiel der Kartellbuße - kletterte um 1,5 Millionen Euro auf 18,4 Millionen Euro.

Die Teilgesellschaft Südwestdeutsche Salzwerke AG, die für Dividendenausschüttungen ausschlaggebend ist, erzielte einen Bilanzgewinn von fast 4,8 Millionen Euro.

„Wir können für den Fehler, den wir begangen haben, nicht andere leiden lassen“, erklärt Schneider die ungewöhnliche Dividendenpolitik. Schließlich gehe es dem Unternehmen gut. Der Konzern plant eigenen Angaben zufolge, weder sein Personal abzubauen noch die Investitionen zurückzufahren. Insgesamt 1077 Mitarbeiter sind bei den Salzwerken derzeit beschäftigt. Das Investitionsvolumen für 2008 beläuft sich auf 22,1 Millionen Euro.

Allein der Kauf eines zweiten Continuous Miner - einer Maschine, die einen Abbau ohne Sprengungen erlaubt - schlägt mit 3,5 Millionen Euro zu Buche. Bis 2015 planen die Salzwerke, drei weitere Continuous Miner anzuschaffen. Ziel ist es, künftig ohne jegliche Sprengung abbauen zu können.

Positiver Ausblick

Ohnehin blickt Vorstand Schneider optimistisch in das Jahr 2009. Zwar rechnet er bedingt durch die Wirtschaftskrise mit einem Absatzrückgang beim Industriesalz um bis zu 25 Prozent. Doch diesen Verlust habe man in Teilen bereits durch ein klares Absatzplus beim Streusalz im ersten Quartal dieses Jahres auffangen können. Außerdem sollen neue Speisesalz-Produkte zur Grillsaison auf den Markt kommen. Schneider rechnet in dieser Sparte mit einem Absatzplus von rund sieben Prozent.


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