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Sinsheim/Neckarsulm

Pre-Zero bekommt Leben eingehaucht

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Pre-Zero steht nun am Stadiondach der Sinsheimer Arena. Die Entsorgungssparte der Schwarz-Gruppe arbeitet mindestens fünf Jahre lang mit Hoffenheim zusammen. Was steckt hinter dem Engagement?

Von Manfred Stockburger
Das Fußballstadion der TSG 1899 Hoffenheim heißt jetzt auch ganz offiziell Pre-Zero-Arena. Foto: Schwarz-Gruppe
Das Fußballstadion der TSG 1899 Hoffenheim heißt jetzt auch ganz offiziell Pre-Zero-Arena. Foto: Schwarz-Gruppe  Foto: Simon Hofmann

Schwarz ist in Sinsheim allenfalls die Nacht: Dass Pre-Zero, der neue Namensgeber der Hoffenheimer Rhein-Neckar-Arena, Teil der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe ist, geht erst auf den zweiten Blick aus dem Kleingedruckten hervor.

Gerd Chrzanowski, als Vorstandsvorsitzender der Schwarz Zentrale Dienste KG einer der fünf wichtigsten Manager der Handelsgruppe, setzt sich bei der Pressekonferenz zu den Journalisten, den Platz im Rampenlicht neben Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann überlässt der einstige Tischtenniscrack Chrzanowski seinem Mitarbeiter Dietmar Böhm, der die Wertstoffaktivitäten der Schwarz-Gruppe als Geschäftsleiter verantwortet.

Dass Pre-Zero dennoch in der Strategie der Neckarsulmer eine zentrale Rolle spielt, wird nicht zuletzt an der Laufzeit des Sponsoringvertrages deutlich: fünf Jahre mit der Option einer Verlängerung um weitere fünf Jahre. So lange sollen die Hoffenheimer in der Pre-Zero-Arena auflaufen.

Unbekannter Marke wird Leben eingehaucht 

Logo-Übergabe in der Rhein-Neckar-Arena (von links ): Dietmar Böhm (Pre-Zero), Peter Görlich (TSG 1899 Hoffenheim), Thomas Kyriakis (Pre-Zero) und Frank Briel (TSG 1899 Hoffenheim).
Logo-Übergabe in der Rhein-Neckar-Arena (von links ): Dietmar Böhm (Pre-Zero), Peter Görlich (TSG 1899 Hoffenheim), Thomas Kyriakis (Pre-Zero) und Frank Briel (TSG 1899 Hoffenheim).

Ein zweiter Hinweis ist der Umsatz, den Dietmar Böhm auf dem Podium nennt: 500 Millionen Euro. Diese Summe erwirtschaftet alleine die Tönsmeier-Gruppe aus Porta Westfalica, die im Sommer von den Neckarsulmern übernommen wurde. Am Freitag wird dieses Unternehmen mit 80 Standorten und mehr als 3000 Mitarbeitern in Pre-Zero umbenannt. Damit bekommt die bislang unbekannte Marke Leben eingehaucht.

Um das Umdeuten von Bekanntem geht es bei der Zusammenarbeit auch inhaltlich. Für Dietmar Böhm ist Abfall nämlich nichts anderes als "Wertstoffe am falschen Ort". Was möglich ist, zeigt das Beispiel der Saskia-Wasserflasche aus dem Lidl-Sortiment, die in Hoffenheim neben Coca-Cola zur Standardausstattung zählt. Zumindest bei der Still-Variante besteht die Flasche bereits zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial.

Unter dem Namen Greencycle hatte Pre-Zero dieses Geschäftsfeld zunächst für Lidl und später auch für das Schwesterunternehmen Kaufland aufgebaut und seine Dienstleistungen später um andere interne Wertstoffkreisläufe erweitert. In Hoffenheim übernimmt Pre-Zero diese Aufgabe nun ebenfalls. Selbst der Grasschnitt wird künftig nicht mehr weggeworfen, sondern zu Papier verwandelt, auf dem die Autogrammkarten der Spieler gedruckt werden.

Trainer Nagelsmann berichtet von seinen Einkaufserlebnissen

Das Pre-Zero-Logo ziert neuerdings die Fassade der Rhein-Neckar-Arena. Fotos: GreenCycle
Das Pre-Zero-Logo ziert neuerdings die Fassade der Rhein-Neckar-Arena. Fotos: GreenCycle

Die leeren Saskia-Flaschen zählen zu den 60 Prozent der vier Tonnen Müll, die in Hoffenheim pro Heimspiel entstehen - und künftig von Pre-Zero der Wiederverwertung zugeführt werden sollen. Der erste Schritt ist für Freitagabend geplant, wenn das Unternehmen den Fans die Überreste des Heimspiels gegen Mainz in Acrylcontainern präsentiert. Gleichzeitig werden wiederverwendbare oder zumindest recycelbare Becher eingeführt.

Dass die Zusammenarbeit der Hoffenheimer mit Schwarz-Gruppe ihre Grenzen hat, macht Julian Nagelsmann deutlich, als er von seinem Selbstversuch erzählt, eine Woche lang ohne Abfall zu leben und dabei von seinen Einkaufserlebnissen erzählt - bei Rewe.

 

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