Papierfabrik wird nun doch geschlossen

  
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Gemmrigheim - Alle Hoffnungen der etwa 180 Beschäftigten sind zerstoben: Die „Papierfabrik am Neckar“ wird stillgelegt. Das sei gestern in einer Mitarbeiterversammlung mitgeteilt worden, berichtet Wendelin Schmidt, Sekretär der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Wann sich die Tore endgültig schließen, war noch nicht zu erfahren.

Vor 143 Jahren wurde die Papierfabrik in Gemmrigheim angesiedelt. Dort ist das Unternehmen einer der bedeutendsten Arbeitgeber.Foto: Guido Sawatzki
Vor 143 Jahren wurde die Papierfabrik in Gemmrigheim angesiedelt. Dort ist das Unternehmen einer der bedeutendsten Arbeitgeber.Foto: Guido Sawatzki
Gemmrigheim - Alle Hoffnungen der etwa 180 Beschäftigten sind zerstoben: Die „Papierfabrik am Neckar“ wird stillgelegt. Das sei gestern in einer Mitarbeiterversammlung mitgeteilt worden, berichtet Wendelin Schmidt, Sekretär der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Wann sich die Tore endgültig schließen, war noch nicht zu erfahren.

Liquidator

Im Unternehmen hatte bereits Ende Juli der Stuttgarter Rechtsanwalt Rüdiger Mocker als Liquidator die Leitung übernommen. Anfang August ließ er noch mitteilen, dass er bis Ende September prüfe, ob sich das Unternehmen weiterführen lasse oder aufgelöst werden muss. Gestern war er nicht für Anfragen zu erreichen.

Die jetzt verkündete Entscheidung stößt bei Wendelin Schmidt auf Unverständnis: „Der August war geschäftlich ein richtig guter Monat“, sagt er. Aus seiner Sicht gebe es daher keinen Anlass, das Aus jetzt schon zu verkünden. Welche Maßnahmen die Gewerkschaft nun treffe, werde in den nächsten Tagen mit dem Betriebsrat beschlossen. Dessen Vorsitzender Joachim Link war allerdings gestern zu keiner Stellungnahme bereit.

Ungeduldige Bank

Die Papierfabrik am Neckar geht auf eine Gründung vor 143 Jahren zurück. Sie wurde vor zwei Jahren vom Steinbeis-Temming-Konzern mit Sitz in Glückstadt in die Selbstständigkeit entlassen. Die Brüder Rupprecht und Bernhard Steinbeis beteiligten sich jedoch ein Jahr später wieder an der Firma, deren Geschäftsführer der Finne Jaakko Tuomola war.

Technische Schwierigkeiten und die steigenden Energiekosten brachten die Fabrik vor wenigen Wochen aber in Bedrängnis, wurde mitgeteilt. Außerdem, sagte Mocker damals, sei eine Bank „ungeduldig geworden“. frz

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