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Neckarsulmer Audi-Werkleiter künftig mit Doppelfunktion

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Helmut Stettner leitet neben dem Standort in der Region ab 1. August das Projekt PPE-Company für die Produktion von E-Autos in China.

Helmut Stettner. Foto: Audi
Helmut Stettner. Foto: Audi  Foto: (AUDI AG)

Wie die Heilbronner Stimme aus Unternehmenskreisen erfahren hat, übernimmt Helmut Stettner, Werkleiter des Audi-Standorts Neckarsulm, zum 1. August zusätzlich die Leitung des Projekts PPE-Company. PPE steht für Premium Platform Electric. Die PPE ist eine Plattform für Elektroautos, die Audi zusammen mit Porsche entwickelt.

Erste Modelle dieses markenübergreifenden Projekts im VW-Konzern werden der elektrifizierte Porsche Macan (2022), das viertürige Coupé Audi E6 (2023) und kurze Zeit später das große SUV Audi EQ6 sein.

Bei dem Projekt PPE-Company handelt es sich nach Informationen unserer Redaktion um den Produktionsstandort für auf der PPE basierende Fahrzeuge in China.

Mögliche Rochade im Bereich Produktion 

„Es freut mich sehr, dass ich für diese herausfordernde Position einen Kollegen mit langjähriger China-Erfahrung gewinnen konnte und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg“, schrieb Produktionsvorstand Peter Kössler in einer Mail an die Mitarbeiter. Helmut Stettner (60) hatte 2011 die Standort- und Produktionsleitung bei der FAW/VW Automotive Co. Ltd., Changchun (China). Dort produziert Audi jährlich mehr als 440.000 Fahrzeuge – unter anderem die Langversion des A6 aus Neckarsulm.

Im Werk in der Region ist Stettner seit 1. Januar 2016 Werkleiter. Ob er die Doppelfunktion langfristig innehaben wird, ist offen. Dem Vernehmen nach soll es zum Herbst oder spätestens zum Jahreswechsel zu einer größeren Rochade im Bereich Produktion kommen. Gut möglich, dass Helmut Stettner dann nach China geht.

Die Gesamtverantwortung für die Produktion des VW-Konzerns in China trägt derzeit ein Manager, der ebenfalls in Neckarsulm seine Spuren hinterlassen hat: Fred Schulze. Er war von Anfang 2012 bis Mitte 2015 dreieinhalb Jahre lang Neckarsulmer Audi-Werkleiter, bevor er als Baureihenleiter die Verantwortung für alle Oberklasse-SUVs übernahm. In Asien verantwortet er seit Sommer 2018 den Bau von mehr als zwei Millionen Fahrzeugen im Jahr. Zuletzt gab es Gerüchte, dass Schulze für den Chefposten bei Jaguar-Landrover im Gespräch sei.

Große Herausforderungen in Neckarsulm

Fred Schulze. Foto: Audi
Fred Schulze. Foto: Audi  Foto: (AUDI AG)

Nach Informationen unserer Redaktion ist aber nichts dran an den Spekulationen. Zum Abschied aus Neckarsulm hatte Schulze seinerzeit gesagt, dass er sich nach der Zeit in China einen Job besonders gut vorstellen könnte: Werkleiter in Neckarsulm. Zum zweiten Mal.

Wenn die große Personalrochade im Produktionsbereich ansteht, könnte es tatsächlich so kommen. So oder so: Auf Stettner und Schulze warten in den kommenden Jahren in China und Neckarsulm große Herausforderungen. Der Standort in der Region wird die nächsten Jahre weiter mit der Unterauslastung zu kämpfen haben, bevor die Fabrik ab 2024 mit der Produktion des nächsten A4 auf eine höhere Kapazität, also deutlich mehr als 200.000 Autos pro Jahr, hoffen darf.

A7 als Langversion?

Neben den neuen Elektroautos auf PPE-Basis gibt es bei Audi weitere Überlegungen, die Modellpalette im mit Abstand größten Markt weiter auszubauen. So gibt es Gerüchte, dass Audi mit dem Volkswagen-Partner SAIC Motor ab 2022 im Werk Schanghai eine Langversion des A7 bauen will. Angepeilt seien 60.000 Fahrzeuge jährlich. „Wir sind zwar im Austausch mit SAIC bezüglich einer zukünftigen Kooperation, bestätigt ist jedoch noch nichts“, sagt eine Audi-Sprecherin.

Neu ist die Idee nicht. Bereits vor einigen Jahren entstand im Unternehmen die Idee, auf Basis des in Neckarsulm gebauten A7 eine klassische Limousine mit langem Radstand anzubieten (A7 L). Audi verkauft schon länger den Neckarsulmer A6 als Langversion (A6 L) im Reich der Mitte. 


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