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Sinsheim

Mit Haarschmuck und Accessoires groß geworden

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Das Unternehmen Parsa Beauty ist Marktführer in seiner Branche und befindet sich weiter auf stabilem Wachstumskurs. In Sinsheim wird festgelegt, welche Haarspangen, Ohrringe und Ketten in China hergestellt werden.

Von Heiko Fritze
 Foto: Fritze, Heiko

Mattschwarz und edel sind die Flure, mattschwarz und edel die Besprechungsräume. Hohe Decken verströmen Großzügigkeit, ein Teppich dämpft die Schritte. Die Geschäftsführer Heiko Hofer und Frank Hohl: modisch-leger, wie es sich für die Branche gehört.

Denn Parsa Beauty ist da inzwischen zu einer festen Größe herangewachsen: Das Unternehmen mit Sitz in Sinsheim, in Sichtweite des Stadions von 1899 Hoffenheim, ist deutscher Marktführer bei Haarschmuck und Kosmetikzubehör.

Unternehmensgründung in einer Schreinerei

Seit 2015 ist Parsa Beauty im Gewerbegebiet südlich der Autobahn 6 ansässig. Hier befinden sich Verwaltung, Entwicklung und Marketing sowie das Versandlager. Die Wurzeln der Firma reichen allerdings nach Siegelsbach. 1986 gründeten nämlich zwei Geschäftsführer des Körperpflege-Herstellers Mann & Schröder das Unternehmen, um in der Nachbarbranche Fuß zu fassen: Hans Schröder, Mitinhaber des Familienunternehmens, und Emil Hofer, Leiter Strategie und Absatz.

Start war in einer ehemaligen Schreinerei, und Heiko Hofer kann sich noch gut an die Anfänge erinnern − "ich habe dort meine ersten Ferienjobs verbracht". Mit dem Wachstum wechselten die Adressen, immer zur nächstgrößeren Halle: Mal war Sitz in Hüffenhardt, dann in Bad Rappenau, dann an anderer Stelle in Sinsheim, ehe sich die Familie Hofer zum Neubau entschloss.

Keinen Platz für die nächste Erweiterung

Bereits 2008 war Hans Schröder aus dem Unternehmen ausgestiegen und hatte seine Anteile an Heiko Hofer, Sohn des Mitgründers Emil Hofer, verkauft. Damals zählte die Belegschaft noch 200 Mitarbeiter − heute sind es 320 am Stammsitz und weitere 70 in Ungarn. Hinzu kommen mehr als 700 geringfügig Beschäftigte, die in den einzelnen Märkten in Deutschland die Ware auffüllen.

Heute ist der Neubau bereits wieder so stark ausgelastet, dass der Geschäftsführer sagt: "Wir würden gerne erweitern." Nur − momentan bestehe dazu im Gewerbegebiet gar keine Möglichkeit. "Wir haben sogar wieder Hallen zurückgemietet, die wir vor unserem Neubau schon verwendet haben." Sämtliche 10.500 Palettenplätze im Lager seien belegt. "Das Wachstum hat uns überrannt", ergänzt Frank Hohl.

Verkauft wird in 30 Ländern

Im Versandlager weisen Leuchten an den Regalen den Kommissionierern den Weg zum nächsten benötigten Artikel.
Fotos: Heiko Fritze
Im Versandlager weisen Leuchten an den Regalen den Kommissionierern den Weg zum nächsten benötigten Artikel. Fotos: Heiko Fritze  Foto: Fritze, Heiko

Und die positive Entwicklung hält an. Mehr als 85 Millionen Euro Umsatz wurden vergangenen Jahr erzielt, für das Jahr 2020 sollen es 100 Millionen Euro sein − und womöglich wird die Marke sogar schon früher erreicht. Etwa zwei Drittel des Umsatzes werden in Deutschland erzielt, der Rest überwiegend in Zentral-Osteuropa.

Seit einigen Jahren werden aber auch fernere Länder erschlossen, von Saudi-Arabien über die Mongolei bis zu Japan und Südkorea. Mittlerweile gibt es in acht Ländern Vertriebsgesellschaften, verkauft wird in 30 Ländern.

Lieferungen an alle großen Drogerieketten

Zu den Kunden von Parsa Beauty zählen nahezu alle großen deutschen Lebensmittel- und Drogerieketten. Auch im Ausland kommen immer wieder neue große Handelsunternehmen hinzu. Manchmal werden Produkte für deren eigene Marken geliefert, oft jedoch unter dem eigenen Namen der Sinsheimer.

Hergestellt werden die Artikel, vom Haarspangen über Haarbürsten und Kämme bis zu Ohrhängern und Ketten, überwiegend in China. Und zwar zum größten Teil nach Vorgaben und auf Basis von Entwicklungen aus Sinsheim. Technik, Design und Qualitätsanforderungen werden am Stammsitz festgelegt, auf der Basis von Trendscouts, Marktforschung und technischen Innovationen, und von Partnerbetrieben umgesetzt.

"Wir haben drei Teams in China, die alleine auf unsere Qualitätsvorgaben in den Produktionen achten", erklärt Heiko Hofer. Denn das Unternehmen setzt auf Produkte abseits der Massenware − bis hin zu Haarbürsten, in deren Borsten spezielle Wirkstoffe enthalten sind.


Einstieg bei Solida: Die Geschäftsleitung von Parsa Beauty führt derzeit letzte Gespräche über eine Mehrheitsbeteiligung am Helmstedter Haarschmuck-Hersteller Solida. Darüber seien auch schon die Mitarbeiter und Kunden informiert worden, berichtet Parsa-Beauty-Geschäftsführer Heiko Hofer. Solida zählt zu den größeren Anbietern der Branche und hat nach eigenen Angaben derzeit 150 Mitarbeiter. Das Unternehmen befand sich zuletzt nach Verlustjahren aber auf Schrumpfkurs. 

 

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