Marbet wird zum globalen Event-Spezialisten
Künzelsau - Würth-Tochtergesellschaft organisiert Kongresse und Produktveranstaltungen inzwischen auch in China und Italien

Künzelsau - Marbet ist wortwörtlich ein Tochterunternehmen: Aus den Vornamen von Reinhold Würths Töchtern Marion und Bettina setzt sich der Firmenname zusammen. Das Thema Spielwiese ist längst Geschichte, auch wenn Bettina Würth − inzwischen ist sie zur Beiratsvorsitzenden des Handelskonzerns avanciert − die Geschicke von Marbet weiterhin mit Interesse verfolgt.
Präsentation
Typisch Würth ist das Betätigungsfeld zwar nicht. Das Unternehmen mit der Firmenfarbe Orange ist aber mehr als ein bunter Tupfer in der Würth-Welt. Als Veranstalter aufwendiger Produktpräsentationen, Managementkonferenzen und Jubiläumsfeiern hat sich Marbet international einen Namen gemacht. Aufträge aus dem Würth-Konzern sind längst in der Minderzahl − dieses Jahr machen sie etwa ein Viertel des Umsatzes aus. Siemens, Bosch und Pirelli stehen auf der Kundenliste − und Audi.
Vergangenes Jahr hat die Künzelsauer Agentur in China einen echten Neckarsulmer in Szene gesetzt: den R8 Spyder von Audi. Ziel war, den Menschen im Reich der Mitte deutlich zu machen, dass Audi nicht nur biedere Staatskarossen baut. Nicht nur für Audi war die Aktion ein Erfolg, sondern auch für Marbet.
Die Künzelsauer haben es mit diesem Auftrag geschafft, in China Fuß zu fassen. Inzwischen gehört neben Künzelsau, München, Düsseldorf, Zürich und Rom auch Schanghai zu den Standorten der aufstrebenden Firma. Auch das neue Modell der Mercedes E-Klasse hat Marbet in China inszeniert, aktuell sind dort Projekte von deutschen Unternehmen wie Audi, Siemens, Bosch und Kärcher in Arbeit. 120 der weltweit 200 Marbet-Beschäftigten sitzen aber nach wie vor in Künzelsau: Unter der Führung von Ingo Schwerdtfeger und Tobias Rieger laufen in einem umgewidmeten Industriegebäude die Fäden zusammen. Anders als viele in der Branche setzt Marbet auf eigenes Personal und auf Ausbildung. 26 Nachwuchskräfte lernen in Gaisbach zurzeit die Kunst, aus dem Nichts einen Event zu zaubern.
Neben der "Live-Kommunikation", wie die Hohenloher das Eventgeschäft nennen − etwa 300 Projekte von klein bis groß betreut das Unternehmen pro Jahr − gibt es dort auch weiterhin das Marbet-Reisebüro, für das die Firma in der Region bislang vor allem bekannt ist. Erweitert hat Marbet dies um ein Vip-Angebot, bei dem für betuchte Kunden exklusive Reisen individuell zusammengestellt werden. Und nach wie vor organisiert das Hohenloher Unternehmen Incentive-Reisen, mit denen erfolgreiche Mitarbeiter belohnt werden.
Wachstumspläne
Ausruhen auf diesen Lorbeeren ist für Rieger und Schwerdtfeger aber kein Thema: Bis 2020 soll der Marbet-Umsatz auf 200 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden − dieses Jahr planen sie mit gut 70 Millionen. Was das Wachstum angeht, sind die Eventspezialisten eben doch echte Vertreter der Würth-Welt.
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