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Mahle wird unabhängiger vom Verbrennungsmotor

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Mit Hilfe von Zukäufen hat sich der Zulieferer Mahle verbreitert - vor allem in Technologien zur Elektromobilität. Die Bezeichnung Kolbenspezialist, so Mahle-Chef Junker, sei nicht mehr zutreffend.

Der Autozulieferer Mahle macht auch dank seiner jüngsten Übernahmen immer weniger Geschäft mit dem Verbrennungsmotor. Weniger als 50 Prozent der Umsätze hingen vom klassischen Verbrenner ab, sagte der scheidende Mahle-Chef Heinz Junker am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Stuttgart. Mahle hatte im vergangenen Jahr die slowenische Letrika-Gruppe übernommen, die Elektromotoren und Generatoren sowie elektrische Antriebssysteme herstellt.

In diesem Jahr kündigte Mahle den Kauf der Klimatechnik-Sparte des US-Zulieferers Delphi an. Damit stärkt der mit Kolbensystemen groß gewordene Zulieferer den Bereich weiter. Erst 2013 hatte Mahle den Stuttgarter Klimaanlagen-Bauer Behr übernommen. Im Moment seien keine größeren Übernahmen geplant, sagte Junker, der im Juli die Unternehmensführung an den früheren Bosch-Kfz-Spartenchef Wolf-Hennig Scheider übergibt.

Dank der Übernahme der Delphi-Sparte will Mahle dieses Jahr auf 10,5 bis 11,5 Milliarden Euro Umsatz kommen. Wie hoch die Erlöse ausfallen, hänge davon ab, wann die im Februar angekündigte Übernahme abgeschlossen werde. Auch positive Währungseffekte dürften die Umsätze stützen. Im ersten Quartal half der im Vergleich zum Euro starke Dollar Mahle, um 13 Prozent zuzulegen.

Gegenwind 

Mit Gegenwind rechnet der Konzern vor allem im Pkw-Geschäft in Südamerika. Im Nutzfahrzeugbereich dürfte sich die Entwicklung in der Region Asien-Pazifik eintrüben.

Im vergangenen Jahr hatte der Zulieferer dank der Übernahme des Klimaanlagenbauers Behr und des Kaufs der slowenischen Letrika-Gruppe seine Umsätze um mehr als 40 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro ausgebaut. Aus eigener Kraft war Mahle nur zwei Prozent gewachsen. Unterm Strich verdiente der Zulieferer 279 Millionen Euro nach 236 Millionen Euro im Vorjahr. 

Zum Ende des Jahres beschäftigte Mahle noch 66.200 Mitarbeiter, davon 14.200 in Deutschland. In Öhringen, Gaildorf und Schwäbisch Hall sind etwa 1200 Mitarbeiter beschäftigt. Der leichte Rückgang hierzulande sei aber auf neue Berechnungen zurückzuführen, die Praktikanten nicht einschließen.

Aktuell verhandelt Mahle an mehreren Standorten mit den Betriebsräten, weil die Beschäftigungssicherung im Juni ausläuft. Ende Mai solle es dazu ein Eckpunktepapier geben, sagte Arbeitsdirektor Michael Glowatzki. Er hoffe auf eine Einigung im zweiten Halbjahr. Im Februar war in Berichten die Rede von Hunderten Stellen unter anderem in Rottweil und Gaildorf gewesen. Diese Zahlen könne er so nicht bestätigen, sagte Glowatzki. lsw

 

 

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