Lieblingskorb aus Flein wird zur Erfolgsgeschichte

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Das Fleiner Start-up Lieblingskorb hat sich trotz der schwierigen Corona-Zeit sehr gut entwickelt. Nun denken Sabine und Martin Kretschmar darüber nach, die Produktion selbst in die Hand zu nehmen.

"Es bleibt entweder winzig oder es wird riesig – dazwischen gibt es nichts“, sagt Sabine Kretschmar. Damit beschreibt die Unternehmerin aus Flein die Situation, in der sich ihr Start-up gerade befindet. Ende 2019 hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Martin das Unternehmen Lieblingskorb gegründet. Und obwohl kurz danach das Coronavirus das wirtschaftliche Leben weitgehend abwürgte, hat sich die Firma gut entwickelt. Die Nachfrage nach dem Korb aus EPP (Expandiertes Polypropylen), einem recyclebaren Kunststoff, ist seither stetig gestiegen.

1500 Körbe pro Monat

Rund 1500 Körbe verlassen monatlich die Fabrikhalle in Flein, in der auch das Formenbau- und Werkzeugbauunternehmen ihres Mannes seinen Sitz hat. „Heute sind wir bei 400 Einzelhändlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz geführt“, berichtet Sabine Kretschmar. Den Lieblingskorb, der zugleich auch als Kühlbox benutzt werden kann, findet man in Dekoläden, bei Blumenhändlern, in Taschengeschäften, Haushaltswarengeschäften, im Lebensmitteleinzelhandel oder in Weinhandlungen. Dazu kommt der Online-Verkauf, der während der Pandemie besonders wichtig war.

Diese Zeit ohne Messen und geschäftliche Kontakte hat das Ehepaar auch genutzt, um an ihrem Produkt zu feilen und in den Betrieb zu investieren. Das Design wurde optimiert, außerdem entwickelten die beiden Unternehmer eine Fahrradhalterung für den Korb und einen Gurtspanner, der aus alten Fahrradschläuchen besteht. „Und in diesem Sommer haben wir eine eigene Pulverbeschichtungsanlage gekauft, um unsere Mitarbeiter im Werkzeugbau auszulasten“, berichtet Sabine Kretschmar. Mit der Anlage können die Körbe nun mit einer matten Oberfläche versehen werden. „Das sieht hochwertiger aus“, findet die Unternehmerin.

Noch ist der Korb kein Selbstläufer

Die Schaumteile, also den Korb und den Deckel, lässt das Ehepaar von einem Partnerunternehmen in Bayern herstellen, montiert und veredelt werden die Körbe in Flein. Steigt die Nachfrage weiter an, stellt sich Martin Kretschmar zufolge bald die Frage, ob man die Produktion nicht komplett in die eigene Firma holt. „So langsam würde sich eine Maschine für uns lohnen“, sagt er. Ein Selbstläufer sei der Lieblingskorb aber noch nicht. „Die Messeauftritte, Marketing und Vertrieb sind harte Arbeit“, sagt Sabine Kretschmar. Auf rund 15 Messen waren die beiden in diesem Jahr, parallel wurde mit Partnern ein Vertriebsnetz aufgebaut, um Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und demnächst Bayern beliefern zu können.

Skalierung bei eigener Produktion?

Im Moment seien die Stückzahlen noch zu gering, um in die Massenproduktion einzusteigen und dadurch Skaleneffekte zu erzielen, sagt Martin Kretschmar. Aber wachsen möchte das Start-up schon. „Die doppelte Menge an Körben streben wir auf jeden Fall an, das Potenzial ist da“, sagt Kretschmar. Entscheidet sich das Ehepaar für die große Lösung mit eigener Maschine und Produktion, müssten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Derzeit beschäftigt das Unternehmen acht Mitarbeiter und arbeitet zudem mit Freelancern zusammen.

Ob das Projekt Lieblingskorb winzig bleibt oder riesig wird, ist noch nicht ausgemacht. Erst einmal wollen die beiden Unternehmer abwarten, wie stark die erwartete Rezession im kommenden Jahr wird – und was das für die Nachfrage nach den Körben bedeutet. Was Sabine und Martin Kretschmar sich wünschen, liegt auf der Hand.


Messen als Marketinginstrument

Ein zentrales Marketinginstrument für Lieblingskorb sind Messen, auch wenn es viel Zeit und Geld kostet. Nach der Corona-Zwangspause läuft das Messegeschäft wieder, allerdings mit weniger Besuchern. Auf rund 15 Messen waren sie in diesem Jahr, die Themen reichen von Boot und Caravaning über Gartenbau, Outdoor und Living. Auch bei einigen exklusiven Luxusevents durften die Fleiner ihren Korb präsentieren. „Wir haben sehr viel ausprobiert“, sagt Martin Kretschmar. Nur so finde man heraus, was funktioniert.

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