Lidl will mehr Fleischersatzprodukte anbieten
Der Discounter kündigt den kräftigen Ausbau pflanzlicher Fleischalternativen an, um gesunde und nachhaltige Ernährung zu fördern. Der Chefeinkäufer spricht von einer notwendigen Wende, die alternativlos sei.

Der Discounter Lidl will den Anteil an Fleischersatzprodukten in seinem Sortiment Schritt für Schritt erhöhen. Das sei ein Baustein der Lidl-Strategie, eine bewusste, gesunde und nachhaltige Lebensweise zu fördern.
Wie das Bad Wimpfener Unternehmen auf Anfrage mitteilt, soll "als Alternative zu Fleischprodukten der Anteil pflanzenbasierter Proteinquellen in unserem Sortiment bis 2025 deutlich erhöht werden". Genaue Zahlen nennt Lidl allerdings nicht.
Chefeinkäufer erläutert die Hintergründe
Lidl-Einkaufschef Christoph Graf hatte kürzlich bei der Grünen Woche in Berlin für Aufsehen in der Branche gesorgt, als er diesen Wandel als alternativlos bezeichnete. "Weil es keinen zweiten Planeten gibt", sagte Graf laut "Lebensmittelzeitung". Auf der ganzen Welt sei demnach eine bewusstere Ernährung notwendig, um die Ressourcen der Erde zu schonen. Ein wichtiger Schritt dabei sei die Reduzierung des Fleischkonsums. Auch im Lidl-Sortiment müsse der Fleischanteil sinken, betonte der Manager. Mit Blick auf die gesundheits- und klimabewusste jüngere Generation könne das ein Wettbewerbsvorteil für Lidl sein, meinte Graf.
Transparenz bei den Proteinen
Wie das Unternehmen weiter mitteilt, werde man ab diesem Jahr den Anteil tierischer Proteinquellen im Vergleich zu pflanzenbasierten Proteinquellen offenlegen und damit Transparenz und ein Bewusstsein für das Verhältnis der verkauften Mengen an tierischen und Proteinquellen im Vergleich zu pflanzlichen schaffen.
Außerdem werde man verstärkt pflanzenbasierte Produkte ins Sortiment aufnehmen. Lidl nannte Hülsenfrüchte, Nüsse und vegane Alternativprodukte für Fleisch- und Molkereiprodukte. Ausgebaut werden soll auch die 2020 eingeführte Eigenmarke "Vemondo", die sich an alle Verbraucher richte, die sich gesünder und nachhaltiger ernähren wollten. Derzeit hat Lidl mehr als 60 Vemondo-Artikel und mehr als 670 vegane Produkte im Sortiment.
Es gibt auch weiterhin Schnitzel und Salami
Schnitzel und Salami werden aber nicht aus den Lidl-Filialen verschwinden. "Es wird auch weiterhin ein breites Angebot an Fleischprodukten geben", teilt das Unternehmen mit. Man wolle das Tierwohl weiter stärken. Lidl liege es fern, den Kunden die persönliche Ernährungsweise vorschreiben zu wollen, heißt es. Der Kunde solle weiterhin die Wahl haben, man wolle ihm aber mit transparenter Kennzeichnung, etwa durch den Nutri-Score oder die Haltungsform, eine bewusste Kaufentscheidung ermöglichen.
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