Lidl muss Millionen-Strafe zahlen (11.09.08)
Neckarsulm/Stuttgart - Der Lebensmitteldiscounter Lidl soll für die Bespitzelung von Mitarbeitern teuer bezahlen. Datenschützer mehrerer Bundesländer verlangen fast 1,5 Millionen Euro Bußgelder von dem Unternehmen, wie die federführende Datenschutzbehörde heute in Stuttgart mitteilte.

Hauptvorwurf der Datenschützer ist, dass Lidl-Gesellschaften Detektive damit beauftragt haben, die Verhaltensweisen von Mitarbeitern zu überwachen. „Die Protokolle gehen teilweise weit in den privaten Bereich hinein“, sagte der Leiter der Datenschutzaufsichtsbehörde im baden-württembergischen Innenministerium, Günter Schedler. Detektive hätten beispielsweise persönliche Probleme von Mitarbeitern, ihre finanzielle Situation sowie Informationen zum Gesundheitszustand notiert.
Die gegen die einzelnen Gesellschaften verhängten Bußgelder liegen den Angaben zufolge zwischen 10.000 und 310.000 Euro. Ein Schwerpunkt sei Niedersachsen, dort werden Bußgelder in Höhe von mehr als 650.000 Euro gefordert, sagte Schedler. In dem Bundesland seien besonders viele Protokolle mit sehr persönlichen Inhalten festgestellt worden. Die Datenschützer aus zwölf Bundesländern bemängeln außerdem den heimlichen Einsatz von Kameras zur Überwachung von Mitarbeitern sowie das Fehlen betrieblicher Datenschutzbeauftragter.
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