Krautheimer Spedition Rüdinger schafft Elektro-Lastwagen an
Die Spedition aus Krautheim setzt künftig auch auf batteriebetriebene Laster. Vergangenes Jahr gab es ein deutliches Umsatzwachstum, doch inzwischen entwickelt sich die Nachfrage je nach Branche unterschiedlich.

Es tut sich viel bei der Spedition Rüdinger: Sieben neue Logistikhallen an drei Standorten sind momentan in Bau, nachdem vergangenes Jahr schon fünf gebaut und eine hinzugekauft wurden. Überall wird großflächig in Photovoltaik investiert. Mit der Spedition Kost wurde zum Jahreswechsel ein Unternehmen im Sauerland übernommen. Und im Herbst sollen die ersten vier Elektro-Lastwagen geliefert werden.
Eine Frage des Aufladens
"Wir setzen komplett auf Elektro", sagt Geschäftsführer Roland Rüdinger. Angefangen werde mit Kurzstrecken unter 200 Kilometer hin und zurück. "Dann können die Fahrzeuge auf unseren Betriebshöfen aufgeladen werden." E-Fuels oder Wasserstoff-Antriebe, wie sie für die Branche momentan auch diskutiert werden, hält der Firmenchef zwar für noch weniger ausgereift. Aber auch was die Versorgung von ganzen Elektro-Lkw-Flotten angeht, hat er so seine Zweifel. "Wir können vor allem tagsüber laden, von unseren eigenen Dächern, wenn die Sonne scheint. Nur: Dann sind unsere Lastwagen alle unterwegs. Wir suchen also noch jemanden zum Stromtausch."
Zweiter Geschäftsführer
220 Lastwagen hat das Krautheimer Familienunternehmen mittlerweile im Einsatz. Die Belegschaft ist auf aktuell 660 angewachsen. Das liegt auch an der Übernahme der Firma Kost: Dadurch kamen 35 Mitarbeiter und 20 Fahrzeuge hinzu. Geschäftsführer Dennis Kost hatte von 2001 bis 2019 bei Rüdinger gelernt und gearbeitet, zuletzt als Speditionsleiter, ehe er den elterlichen Betrieb nach dem Tod seines Vaters übernehmen musste. Kontakte ins Jagsttal bestanden aber weiter, und "uns war immer klar, dass die beiden Unternehmen zusammenarbeiten wollen", erzählt Kost. "Es war für mich fast ein nahtloser Übergang, ich habe nun bloß zwei Standorte zu betreuen." Der 37-Jährige ist jetzt zweiter Geschäftsführer für die gesamte Gruppe und außer für den Standort Attendorn zuständig für die Bereiche Maschinentransport und Landverkehr, während Roland Rüdinger die Unternehmensstrategie und die Bereiche Sammelgut und Lagerlogistik verantwortet.
Dieselpreis treibt den Umsatz
2021 hat der Umsatz deutlich zugelegt: Er stieg von 62 auf 74,8 Millionen Euro. Am stärksten wuchsen der Fernverkehr und die Lagerlogistik. "Sieben Prozent der 20 Prozent Wachstum gehen aber auf den Dieselzuschlag zurück", räumt Rüdinger ein: Die Kunden mussten die höheren Treibstoffkosten begleichen. Ähnlich werde es im nächsten Jahr bei der erhöhten Lkw-Maut laufen, kündigt der Geschäftsführer an.
Während die Transporte für Baubranche, Grundstoffe und Konsumgüter inzwischen etwas schwächeln, ist die Nachfrage vor allem bei der Lagerlogistik weiter hoch. "Die Flächennachfrage in Hohenlohe ist gefühlt unendlich", sagt Rüdinger. "Wir kommen aber nur noch ganz schwer an Grundstücke." Aktuell ist ein Projekt bei Neunstetten in der Debatte. Ausgang: offen.
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